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Bellinzona e Valli: Attraktiv für KMU und für sanften Tourismus

Die Region Bellinzona e Valli (Bellinzona und Täler) ist vielfältig: Sie reicht von städtischen Zentren bis zu abgelegenen Berggebieten. Bellinzona ist das regionale Zentrum, während Biasca eine wichtige Rolle für die Riviera und die umliegenden Täler, die Leventina und das Blenio-Tal, spielt. Gemeinsam haben die beiden Täler eine Strategie entwickelt, um ihre Besonderheiten und Potenziale für die wirtschaftliche Weiterentwicklung zu nutzen.

In diesem zweiten Teil der Blogserie «Vielfalt der Regionen» sprechen wir mit Manuel Cereda, Direktor der Regionalen Entwicklungsagentur für das Bellinzonese und die Täler (ERS BV). Seit 2010 setzt die Agentur die regionale Entwicklungsstrategie um und ist die erste Anlaufstelle für die Gemeinden in Fragen der Wirtschaftsentwicklung.

regiosuisse: Das Regionenmonitoring zeigt, dass in der Region Bellinzona e Valli mehrheitlich kleine und mittlere Unternehmen (KMU) Arbeitsplätze schaffen. In ländlichen Gemeinden und Zentren gibt es sogar ausschliesslich KMU. Welche standortbezogenen Faktoren führen dazu? Und weshalb sind die wenigen Grossunternehmen der Region in Bellinzona angesiedelt?

Manuel Cereda: Die Wirtschaftsstruktur der Region Bellinzona e Valli war schon immer stark von KMU geprägt. Gleichzeitig wächst in den letzten Jahren das Interesse von Unternehmen aus der übrigen Schweiz und aus Europa an der Region. Wir bieten verfügbare Industrie- und Gewerbeflächen, gut ausgebildete Fachkräfte und eine hohe Lebensqualität. Auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Region, insbesondere die Innovationsförderung durch das Amt der Wirtschaftsförderung des Kantons Tessin, sind ein entscheidender Faktor.

Bellinzona ist als Standort für Grossunternehmen attraktiv, weil die Stadt eine zentrale Lage auf der Nord-Süd-Achse, eine gute Verkehrsanbindung und Mobilitätsqualität hat. Das sind wichtige Faktoren der Standortattraktivität. Weitere Faktoren sind die hohe Lebensqualität, wettbewerbsfähige Kosten im Vergleich zu anderen Schweizer Wirtschaftszentren sowie ein innovations- und wirtschaftsförderndes Umfeld. Die Nähe zu führenden Bildungs-, Forschungs- und Innovationseinrichtungen stärken den Standort zusätzlich.

regiosuisse: Die Beschäftigung in Bellinzona und Arbedo-Castione sowie in den ländlichen Gebieten der Region hat in den letzten 10 Jahren stark zugenommen. Die umliegenden Gemeinden profitieren offenbar von ihrer Nähe zu Bellinzona. Welche Faktoren und Standortbedingungen sind Ihrer Einschätzung nach für diese Entwicklung verantwortlich?

Manuel Cereda: Die sozioökonomische Entwicklungsdynamik, die Bellinzona prägt, wirkt sich auch auf regionaler Ebene positiv aus. Die Attraktivität von Bellinzona nützt auch den ländlichen Zentren und angrenzenden Vororten. Mit Attraktivität meinen wir zum Beispiel die strategische Lage und die günstigen Rahmenbedingungen für die unternehmerische Entwicklung. Dieser Spillover-Effekt erfolgt nicht automatisch. Wir in unserer Rolle als Regionale Entwicklungsagentur regen dazu an, über die Grenzen der Gemeinden und Region hinaus zu denken.

regiosuisse: Das Regionenmonitoring zeigt, dass Gastronomie und Beherbergung in ländlichen Gebieten der Region eine wichtige Rolle in Bezug auf die touristische Wertschöpfung spielen. Warum?

Manuel Cereda: Die Alta Leventina ist durch ihre Lage an der Nord-Süd-Achse gut erreichbar. Ihre touristischen Attraktionen wie Airolo-Pesciüm, dem Tremorgio-See und die Region Ritom-Piora ziehen Touristen aus der Schweiz und aus dem Ausland an. Das schafft Arbeitsplätze im Tourismus.

Der Trend zu einem nachhaltigen Tourismus fördert ausserdem die Entwicklung neuer Angebote in der Region. Die Alta Leventina nutzt ihr Potenzial, indem sie die natürlichen landschaftlichen und kulturellen Ressourcen besser erschliesst und die Zusammenarbeit zwischen den lokalen Akteuren stärkt. Auch das Blenio-Tal hat in den letzten Jahren wichtige Tourismusprojekte umgesetzt und ist ebenso gut angebunden. Weitere Projekte sind in den kommenden Jahren geplant und sollen dort das regionale Tourismusangebot weiter ausbauen.

Dies bedeutet jedoch nicht, dass der Tourismus in der restlichen Region eine untergeordnete Rolle spielt. Auch Bellinzona und Umgebung verfügen über ideale Voraussetzungen für ein eigenes touristisches Angebot, das die Angebote der Täler ergänzt. Die Festung von Bellinzona trägt beispielsweise dazu bei, Bellinzona als eigenständige und unverwechselbare Destination neben den bekannten Orten an den Seen des Tessins (wie Locarno, Lugano, Ascona) zu positionieren.

Das Regionenmonitoring von regiosuisse verfolgt die Entwicklung in den Regionen in fünf Themenbereichen: Bevölkerung und Wohlstand, Arbeitsmarkt und Beschäftigung, Wirtschaftsstruktur und -leistung, Standort und Infrastruktur sowie Digitalisierung. Das interaktive Auswertungstool ermöglicht es, verschiedene regiosuisse-Indikatoren nach Region darzustellen und auszuwerten. Innerhalb dieser Themen finden sich zudem thematische Analysen, welche die Erkenntnisse synthetisiert darstellen.

Weitere Infos:

Quelle Bild: Castelgrande © parisiva.ch

© Aumera AG

KI im Dienste der Gastfreundschaft: Schweizer Destinationen gestalten digitale Zukunft

Künstliche Intelligenz (KI) ist im Schweizer Tourismus keine Zukunftsmusik mehr, sondern ein Werkzeug, das bereits heute den Arbeitsalltag entlastet und das Gästeerlebnis bereichert. Zwei von Innotour geförderte Projekte zeigen exemplarisch, wie die Branche durch Kooperation und Technologie neue Wege geht.

«Die beiden Projekte demonstrieren eindrucksvoll das Potenzial, das in der Zusammenarbeit über regionale und organisatorische Grenzen hinweg besteht. Sie verdeutlichen die Bedeutung des gemeinsamen Lernens im Umgang mit KI und zeigen, wie eine strukturierte Zusammenarbeit zwischen den Tourismusakteuren zu skalierbaren, innovativen Lösungen führt. Mit der Unterstützung solcher Projekte leistet das SECO über Innotour einen wichtigen Beitrag dazu, den Schweizer Tourismus digital fit für die Zukunft zu machen.»

Christoph Schlumpf, Leiter Innotour Staatssekretariat für Wirtschaft SECO

KI-Agenten: Digitale Unterstützung für komplexe Aufgaben

Ein zukunftsweisendes Projekt, initiiert von Basel Tourismus und dem Software-Unternehmen Aumera AG, demonstriert eindrucksvoll, wie KI-Agenten den Tourismussektor transformieren können. Das durch das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) via Innotour finanzierte Projekt wird schrittweise ausgerollt. Im Zentrum stehen dabei die spezialisierten KI-Agenten Eve, Joy und Sonny, die Tourismusorganisationen in der Deutschschweiz, im Engadin sowie im Tessin bereits wirkungsvoll im Arbeitsalltag unterstützen.

  • Nutzen für die Branche: Aktuell sind 15 touristische Organisationen am Projekt beteiligt. Diese entwickeln bedarfsgerechte Anwendungen und teilen sie anschliessend mit allen Projektpartnern. Dieser strukturierte Austausch innerhalb der Branche stellt sicher, dass innovative Lösungen entstehen, die sich realistisch in den Arbeitsalltag verschiedenster Tourismusorganisationen integrieren lassen.
  • Das Konzept: Die drei digitalen Assistenten übernehmen klar definierte Aufgabenbereiche. Eve automatisiert Anfragen, die Content-Planung sowie die Erstellung von Newslettern und sorgt so für konsistente Inhalte. Sonny ist auf den Sales-Bereich spezialisiert und entwirft in kurzer Zeit massgeschneiderte Offerten und Reiseprogramme. Joy wiederum erleichtert Dialogformate, bereitet komplexe Informationen verständlich auf und hilft dabei, verschiedene Perspektiven kritisch einzuordnen.
  • Effizienz und Kontrolle: Die Technologie ermöglicht es, Arbeitsschritte, die früher mehrere Tage beanspruchten, in wenigen Minuten zu erledigen. Dabei bleibt die menschliche Expertise zentral: Die inhaltliche Prüfung und die finale Freigabe liegen stets bei den Mitarbeitenden, welche die KI-Agenten durch präzise Vorgaben steuern. Ziel ist es, durch die Delegation strukturierter Abläufe neuen Freiraum für innovative Ideen und die persönliche Betreuung der Gäste zu schaffen.

«Wir verstehen KI-Agenten als Werkzeuge, die Mitarbeitende entlasten und ihnen mehr Raum für Kreativität, strategisches Denken und echte Gastfreundschaft bieten.»

Dominic Stöcklin, Chief Marketing Officer, Basel Tourismus

AI Local Guides: Skalierbares Insiderwissen mit Charakter

Dieses Gemeinschaftsprojekt zur Stärkung der Digitalisierung im Tourismus wurde ebenfalls durch Innotour unterstützt. Es ist aus einer engen Zusammenarbeit zwischen Zürich Tourismus, Basel Tourismus, Luzern Tourismus, Graubünden Ferien und dem Schweizer Start-up Holoai GmbH entstanden. Gemeinsam wurde eine innovative Lösung entwickelt, die lokales Wissen jederzeit persönlich für Gäste und Einheimische zugänglich macht – ein starkes Zeichen für die kooperative Gestaltung der digitalen Zukunft.

  • Das Konzept: Anstatt auf allgemeine Internetquellen zu vertrauen, basieren die «AI Local Guides» auf dem Fachwissen lokaler Expertinnen und Experten. Die Tourismusorganisationen pflegen diese exklusiven Inhalte selbst, während die KI die Informationen in Echtzeit massgeschneidert und verständlich für den Gast aufbereitet. Dieser Ansatz garantiert verlässliche Empfehlungen, die sich deutlich von Standardantworten abheben. Zudem behalten die Destinationen so die volle Kontrolle über die Qualität und den Kontext ihrer digitalen Kommunikation.
  • Individuelle Persönlichkeiten: Um die Technologie nahbarer zu gestalten, erhielten die Guides eigene Identitäten, die den Charakter der jeweiligen Region widerspiegeln. In Basel führt beispielsweise der humorvolle «Dr Waggis»mit lokalem Charme durch die Fasnachtstraditionen. In Graubünden bietet Lucia Casutt als Allrounderin einen umfassenden Überblick über die gesamte Region. Sie verbindet geschickt verschiedene Orte, Themen und lokale Besonderheiten. Diese Emotionalisierung macht die digitale Beratung zu einem persönlichen Erlebnis.
  • Nutzen für die Branche: Die eigens dafür entwickelte Plattform Joaia Guide Studio von Holoai AG steht ab sofort auch für weitere Destinationen und touristische Akteure als lizenzbasierte Lösung zur Verfügung. 

Innotour – Motor für touristische Innovation

Innotour ist das Förderinstrument des Bundes (Staatssekretariat für Wirtschaft SECO) zur Steigerung von Innovation, Zusammenarbeit und Wissensaufbau und -transfer im Tourismus.

Innotour wurde geschaffen, um die Innovationsrate anzuheben und die gemeinsame Leistungserstellung zu erleichtern. Innotour konzentriert die Förderung auf nationaler Ebene. Dies bedeutet, dass die Mehrheit der Mittel für Vorhaben mit nationaler Ausrichtung und für nationale Koordinationsaufgaben eingesetzt wird. Mit dem Instrument der Modellvorhaben werden jedoch auch regionale und lokale Vorhaben gefördert. 

Weitere Informationen:

  • Haben Sie eine Projektidee? Das regiosuisse Finanzhilfe-Tool hilft Ihnen dabei, schnell die passenden Förderinstrumente für Ihr Vorhaben zu finden.

Bildquelle: © Aumera AG

Werkpark – der Macherort im Appenzellerland

Ein Ort zum Tüfteln, Ausprobieren und Lernen – das ist der Werkpark im Herzen des Appenzellerlands. Mit seinen thematischen Werkstätten ist das innovative Projekt einzigartig in der Schweiz. Das von der Neuen Regionalpolitik geförderte Projekt bietet für alle in der Region etwas: von KMU bis zu Privatpersonen, von Jung bis Alt, von Schülerinnen und Schülern bis zu Pensionären.

Im 1000m² grossen Werkpark wird in der Holzwerkstatt gesägt, geschliffen und gehobelt, in der Metallwerkstatt geschweisst, gebohrt und geschnitten. In der Goldschmiede werden Edelsteine, Glas und Kunststoff bearbeitet, und in der Textilwerkstatt wird designt und genäht – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Diese Atmosphäre inspiriert dazu, sich an die nächste freie Maschine zu setzen und ein eigenes Projekt zu starten. 

«Wir teilen uns Maschinen und Wissen» 

Der Werkpark packt wirtschaftliche Herausforderungen der Region auf mehreren Ebenen an: Im Textil- und Werkunterricht der Oberstufe Gais, der jeweils donnerstags im Werkpark stattfindet, lernen Schülerinnen und Schüler wie Jonas und Florian, ein ferngesteuertes Sofa selbst zu bauen. An der Frühlingsmesse OFFA transportieren sie mit diesem Gefährt ihre VIP-Gäste. Dabei werden Interessen für technische und handwerkliche Themen geweckt. Gleichzeitig erwerben sie wichtige Kompetenzen für den Arbeitsmarkt, indem sie ihre Ideen selbstständig oder im Team umsetzen. So fördert der Werkpark gezielt die Ausbildung von Fachkräften und wirkt damit dem Fachkräftemangel in der Region entgegen. 

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Maschinen für einen fairen Preis

Für Kleinunternehmen in der Region stellt der Werkpark eine Vielfalt an Maschinen zur Nutzung bereit – von Lasern und 3D-Druckern über Fräsen und CNC-Maschinen bis hin zu Schleifmaschinen, Schweissgeräten und Metalltrennsägen. Unternehmen wie die Hugener Tools AG nutzen diese Maschinen nach Bedarf und zahlen nur für die effektive Nutzungsdauer. «Damit haben wir Zugang zu unterschiedlichen Maschinen zu einem fairen Preis, ohne jede einzelne dieser Maschine anschaffen zu müssen. So können wir neue Produktteile, Materialien und Produktionsmethoden testen und bleiben innovativ und wettbewerbsfähig», erklärt Michèle Hugener. Auch Weissküfer Reto Mösli ist regelmässig im Werkpark anzutreffen: Er lasert beispielsweise Schriftzüge in Springseilgriffe und andere Holzanfertigungen. 

Auch Privatpersonen können das Angebot nutzen: Pensionär Kurt brauchte einen Kleiderhaken. Dank eines Coachings lernte er, ein 3D-Modell zu erstellen, dieses in eine Druckdatei umzuwandeln und den 3D-Drucker für den Druck des Kleiderhakens zu bedienen. Coach Simon Heim gibt sein Wissen zu 3D-Druck und Lasertechnik weiter und betont die Vielfalt des Werkparks: «Der Werkpark ist nicht nur durch die Maschinentechniken vielfältig, sondern auch durch die Menschen, die hier zusammenkommen». 

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Sprungbrett für Start-ups

Der Werkpark ist eine Drehscheibe für Innovationen in bestehenden Unternehmen und ein Sprungbrett für Firmengründerinnen und -gründer. Die Zusammenarbeit und der Austausch mit Schulen, Weiterbildungsinstitutionen und Privaten fördert eine breite Vernetzung in der Region. Mit diesem Ziel vor Augen holte sich Mitinitiant Danilo Just Inspiration bei den Turnhallen: «Turnhallen sind leicht zugänglich, gut ausgestattet und von der Infrastruktur her flexibel». 

Innovation für das Appenzellerland dank der Neuen Regionalpolitik 

Die Anschubfinanzierung der Neuen Regionalpolitik (NRP) ermöglichte es, das Konzept für den Werkpark zu erarbeiten, das Gebäude zu mieten und vorzubereiten, um darin Maschinen bereitzustellen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Zudem konnten weitere Sponsoren und Gönner für den Werkpark gewonnen werden. 

Im Kanton Appenzell Ausserrhoden sind 97 Prozent* aller Unternehmen KMU. «Innovationen sind für KMU eine wirtschaftliche und finanzielle Herausforderung. Bis die Grundinfrastruktur steht und genutzt werden kann, braucht es Zeit und finanzielle Mittel. Wir bieten mit der Neuen Regionalpolitik die nötige Anlaufhilfe dafür», erklärt Tina Grosjean, NRP-Verantwortliche des Kantons Appenzell. 

Mitinitiant Danilo Just plant mit seinem Team bereits die Zukunft: «Unsere Vision ist es, den Werkpark als langfristige Infrastruktur für Innovation, Bildung und Unternehmertum im Appenzellerland zu etablieren.»

*Schweizer KMU, Eine Analyse der aktuellsten Zahlen Ausgabe 2024

Weitere Informationen:

Zürcher Weinland

Zürcher Weinland: Die Renaissance der Entschleunigung

Nach einer Phase der Tourismus-Stagnation zwischen 2010 und 2016 hat sich die Region des Zürcher Weinlands stark erholt. Während der urbane Tourismus im Kanton Zürich unter der Pandemie litt, erwies sich das Weinland als krisenfest und erreichte 2023 mit rund 19.000 Logiernächten einen neuen Höchststand.

Zum Auftakt der Blogserie «Vielfalt der Regionen» sprechen wir mit Nik Berger, Regionalmanager und Geschäftsleiter der Standortförderung Zürcher Weinland. Seit 2020 setzt er dort mit seinem Team die Neue Regionalpolitik (NRP) um. 

Trendwende & Krisenresistenz: Der Aufstieg des Slow Tourismus

regiosuisse: Das Regionenmonitoring zeigt, dass das Zürcher Weinland 2023 einen neuen Rekord bei den Logiernächten erreicht hat. Auffallend ist hierbei eine gewisse Krisenresistenz: Während der urbane Tourismus im restlichen Kanton Zürich unter der Pandemie litt, erholte sich das Weinland relativ schnell. Inwieweit war der Fokus auf «Slow Tourismus» ein entscheidender Impuls, um sich als krisensicherer Gegenpol zum Grossstadttourismus zu etablieren, und welche Rolle spielten dabei neue Angebote im Wein- und Natursektor?

Nik Berger: Der Fokus auf Slow Tourismus hat im Zürcher Weinland sicher eine wichtige Rolle gespielt – aber er ist nicht der einzige Grund für unsere Entwicklung. Ein zentraler Punkt ist auch, dass wir strukturell anders aufgestellt sind als die Städte. Wir haben im Vergleich zur Stadt Zürich und zu vielen urbanen Destinationen kaum MICE-Tourismus – also Geschäftsreisen, Kongresse oder grosse Events. Genau dieser Bereich ist während der Pandemie stark eingebrochen, während wir davon weniger abhängig waren. Gleichzeitig haben sich die Bedürfnisse der Menschen in dieser Zeit verändert: Sie wollten raus in den Wald, in die Natur. Viele hatten plötzlich Zeit «dem Spargel beim Wachsen zuzusehen». Dieses Bedürfnis nach Entschleunigung und nach echten, greifbaren Erlebnissen hat stark zugenommen. Davon konnten wir profitieren. Das Zürcher Weinland ist als Naherholungsgebiet zwischen Zürich, Winterthur, Schaffhausen und Frauenfeld ideal gelegen.

Dazu kommt unser Angebot: Gerade im Velo- und E-Bike-Bereich haben wir Strecken, die jedermann/-frau fahren kann. Jeder kann somit die Landschaft auf seinem sportlichen Niveau erkunden. Das spricht eine breite Zielgruppe an. Hinzu kommt noch das Thema Regionalität: Viele Gäste wollen heute wissen, woher ein Produkt kommt und wer dahintersteht. Der Bezug zu lokalen Produzenten – gerade im Wein- und Kulinarikbereich – ist viel wichtiger geworden. In Kombination mit diesem Wunsch nach Entschleunigung hat das dem Zürcher Weinland  geholfen, sich als krisenresistente Alternative zum klassischen Städtetourismus zu positionieren.

Die «lange» Saison und das Phänomen der kurzen Wege

regiosuisse: Ein Blick auf die Logiernächte pro Monat zeigt, dass die Hauptsaison von März bis Oktober dauert. Die Gästezahlen steigen. Gleichzeitig zeigen weitere Auswertungen, dass die Aufenthaltsdauer tendenziell abnimmt. Wie reagieren Sie auf diese Entwicklung?  Sehen Sie in der sinkenden Aufenthaltsdauer primär eine Chance für den Tagestourismus aus den nahen Zentren Zürich und Winterthur oder ist es Ihr Ziel, die Gäste durch gezielte Anreize wieder länger an die Region zu binden?

Nik Berger: Das ist kein Widerspruch, sondern widerspiegelt die Lage unserer Region: Wir liegen zwischen mehreren Städten – entsprechend gross ist das Potenzial für spontane Ausflüge. Viele kommen für einen Tag, mit dem Velo oder zu Fuss, und fahren am Abend wieder zurück. Diese Rolle als Naherholungsgebiet ist Teil unserer Vision. Gleichzeitig versuchen wir auch, Anreize zu schaffen, damit Gäste mehr als einen Tag bleiben. Ein Beispiel sind unsere mehrtägigen Velorouten im Naturpark Schaffhausen. Wenn ein Gast einen Tag bleibt, erhält er einen Einblick in die Region, wenn er mehrere Tage bleibt, kann er die Vielfalt der Region entdecken. Damit wollen wir die Übernachtungsbetriebe stärker einbinden.

Wichtig ist es auch, die Zahlen richtig einzuordnen. Ein Teil der Übernachtungen – wie etwa auf Campingplätzen – werden in der Statistik nicht mitgezählt. Zudem steht ein Teil der Hotelzimmer nicht für Individualgäste zur Verfügung. Ausserdem ist unsere Saison hauptsächlich von März bis Oktober – wir sind also keine Ganzjahresdestination. Das ist keine Schwäche, sondern eine Tatsache und Teil unserer Identität. Unser Ziel ist es ein authentisches Angebot zu schaffen, das zu unserer Region passt.

Das Regionenmonitoring von regiosuisse verfolgt die Entwicklung in den Regionen in fünf Themenbereichen: Bevölkerung und Wohlstand, Arbeitsmarkt und Beschäftigung, Wirtschaftsstruktur und -leistung, Standort und Infrastruktur sowie Digitalisierung. Das interaktive Auswertungstool ermöglicht es, verschiedene regiosuisse-Indikatoren nach Region darzustellen und auszuwerten. Innerhalb dieser Themen finden sich zudem thematische Analysen, welche die Erkenntnisse synthetisiert darstellen.

Weitere Infos:

Auf kulinarischen Pfaden durch das Gotthardgebiet

Eine Wanderung, die alle Sinne anspricht und Bewegung in den Bergen mit regionaler Küche verbindet. Das Projekt Genusspfade San Gottardo vernetzt lokale Anbieter und Anbieterinnen entlang thematischer Wanderwege: Gäste probieren Spezialitäten direkt bei den Produzenten, hören ihre Geschichten und erleben so die Kultur des Gotthardraumes aus erster Hand. Möglich macht das ein Projekt, das Gastronomie, Tourismus und Landwirtschaft vor Ort zusammenbringt – unterstützt von der Neuen Regionalpolitik (NRP).

Von der Idee zur Wanderung

Die Idee entstand während der Corona-Pandemie. Als grosse Events, die er zuvor veranstaltete, wegfielen, suchte Projektträger Niklaus Niederhauser nach einer Alternative: Erlebnisse in kleinerem Rahmen, flexibel buchbar und dennoch nah an den Menschen. Über ein Inserat stiess er dabei auf das Programm San Gottardo, welches gemeinsam mit Bund und den Kantonen Uri, Graubünden und Tessin die Entwicklung rund um den Gotthard fördert. Es setzt dabei auf nachhaltige Wertschöpfung durch Tourismus, die Nutzung lokaler Ressourcen und innovative Kooperationen. Die Vision dahinter: den Gotthardraum zu einem attraktiven Lebens-, Arbeits- und Tourismusstandort machen, mit gesicherten und neuen Arbeitsplätzen sowie verbesserter Wettbewerbsfähigkeit. 

Wie Anja Beivi, Projektleiterin vom Programm San Gottardo, erklärt, wurde das Projekt der Genusspfade in ihrem Tourismusinkubator entwickelt. Dieser zeigt, wie innovative touristische Ideen aus dem Gotthardraum initiiert, getestet und umgesetzt werden können, um die Innovationskraft der Region gezielt zu fördern. Die Genusspfade San Gottardo wurden als eines der besten Projekte prämiert. Beivi unterstreicht auch, wie zentral die Förderung der lokalen Anbieter und Anbieterinnen für die Weiterentwicklung der Region ist.

So entstand das Konzept einer kulinarischen Wanderung mit mehreren Stationen: die Genusspfade San Gottardo. Mittlerweile existieren drei solcher Pfade in der Region: der Bündner Bierpfad, der Monsteiner Bierpfad sowie der Surselva Sagengenusspfad. Die meisten hiervon sind aktuell vor allem in den Sommermonaten sowie im Frühherbst aktiv und buchbar. Ein Pfad umfasst vier bis fünf Stationen mit einer Laufzeit von etwa zwei Stunden, die Zeit fürs Eintauchen in die Natur lässt. Die Gäste wandern von Hof zu Hof, von Restaurant zu Restaurant, degustieren etwa Bündner Bier oder Capuns und erfahren dabei, wer hinter den Produkten steht. Das Besondere an den Pfaden: Sie verbinden Bestehendes zu einem neuen Erlebnis. Die Tour lässt sich kurzfristig und digital buchen. Erlebbar sind die Pfadangebote auch klassisch auf Papier, um das Panorama vollends zu geniessen.

Für die Gastgeber, wie zum Beispiel die Geschäftsführerin des Hotel Surselva, Beatrice Hug, bedeutet dieses Konzept: kein Risiko, dafür direkter Nutzen. Zu Beginn war es oft ein Hindernis, so berichtet Niederhauser, dass Gastronomen befürchteten, vorab zahlen zu müssen – eine Sorge, die ihnen jedoch schnell genommen werden konnte. Wenn Gäste buchen, wird ein Umsatz generiert, wenn sie wiederum ausbleiben, machen sie keinen Verlust. Rund 80 bis 90 Prozent der Wertschöpfung verbleiben in der Region. «Die Gäste erleben echte Begegnungen – und die Betriebe gewinnen Umsatz und Sichtbarkeit», so Niederhauser. Das Projektteam testet die Routen selbst und sucht gezielt Betriebe, die mitmachen. Oft kommen Anbieter auch von sich aus auf das Team zu. Er koordiniert den Ablauf und begleitet die Umsetzung vor Ort. «Entscheidend ist das Vertrauen der Menschen in der Region. Nur so entsteht ein Netzwerk, das trägt», so Niederhauser.

NRP als Motor des Projekts

Die NRP war von Beginn an Türöffner und Motor des Projekts. Dessen Förderung ermöglichte unter anderem die Eröffnung der Pfade, die Weiterentwicklung der Website sowie die Erweiterung der Angebote in mehrere Sprachen. Aktuell sind die Angebote auf Deutsch und Italienisch buchbar – zu einem späteren Zeitpunkt soll auch Englisch und Rätoromanisch hinzukommen, das im Bündnerland einen besonderen symbolischen Charakter hat. «Die Mehrsprachigkeit im Gotthardraum ist Teil des Kulturerbes. Mit ihr öffnen wir die Pfade für ein breiteres Publikum», erklärt Niederhauser. Dabei schafft die NRP-Förderung Strukturen, sorgt für Planungssicherheit und verleiht dem Projekt Reichweite.

Die Genusspfade sind mehr als ein Ausflugsangebot. Sie stärken Gastronomie, Hotellerie und Landwirtschaft, bringen Gäste und Einheimische zusammen und machen regionale Kultur sichtbar. Mittlerweile ziehen sie auch immer mehr Besuchende aus dem Ausland an.

Der Blick in die Zukunft

Geplant ist, weitere Pfade zu eröffnen, etwa im Tessin und an Ortschaften, die sich abseits von Tourismus-Hotspots befinden und diese ganzjährig anzubieten – auch im Winter. Die Beteiligten sind sich einig: Die Genusspfade San Gottardo zeigen, wie Kulinarik und Tourismus gemeinsam eine Region lebendig machen und bereichern.

Mehr über die NRP und wie sie regionale Projekte unterstützt: 

Bildquelle: Surselva Tourismus/ Ida Sgier

Wie aus leerstehenden Häusern im Muggio-Tal ein Dorf für Gäste entsteht

Leerstehende Häuser in ein lebendiges Gäste-Dorf verwandeln: Das ist die Idee hinter dem Albergo Diffuso Monte Generoso. Claudio Zanini, einer der Projektträger, setzt dabei auf regionale Identität, Nachhaltigkeit und lokale Wertschöpfung. Die Neue Regionalpolitik (NRP) unterstützt das Projekt finanziell und ermöglicht so die Umsetzung eines dezentralen Hotelkonzepts in einer peripheren Region. Erleben Sie im Video, wie im Herzen des Tessins ein ganzes Tal und Berggebiet vom Tourismus profitieren– und Gäste Teil des Dorflebens werden.

Eine kleine Oase im südlichsten Zipfel der Schweiz – über Serpentinenstrassen vorbei an Wäldern, kleinen Kapellen und verwinkelten Gassen erreicht man das Dorf Scudellate im Muggio-Tal. Ehemals von Abwanderung betroffen und vom Aussterben bedroht – nun zu neuem Leben erweckt.  Dahinter der Monte Generoso, davor der Ausblick auf das Flachland Italiens. An klaren Tagen mit Blick auf die Skyline von Mailand – und bei perfekter Sicht mit Feldstecher sogar den Mailänder Dom.

Zu Gast im Alltag eines Tals in der Region Monte Generoso

Hier, im Albergo Diffuso Monte Generoso, nimmt Claudio Zanini seine Gäste persönlich in Empfang. Mit viel Herzlichkeit und einer ganz eigenen Philosophie: der des ruhigen Lebens im Einklang mit der Natur. Gäste lotst er auf die richtigen Wanderwege, umsorgt sie, erzählt, lacht. „Ich reise nicht mehr – die Reisenden kommen zu mir. Über die Saison verteilt sprechen wir hier vier, fünf Sprachen und hören Geschichten aus der ganzen Welt“. Oft entstehen dabei Freundschaften, viele Gäste kommen wieder.

Das Albergo Diffuso (übersetzt: verstreutes Hotel) ist ein dezentrales Hotelkonzept, das auf regionale Identität, Nachhaltigkeit und lokale Wertschöpfung setzt. Verschiedene Infrastrukturen in der Region Monte Generoso wie Restaurants, Hotels, B&Bs, Hostels, Hütten und Läden mit unterschiedlichen Besitzern laufen hier unter einem gemeinsamen Label zusammen. Zentralisierbare Dienstleistungen wie etwa Marketing, Kommunikation, aber auch Einkäufe, Logistik, Transport und Empfang werden gebündelt – zum Vorteil aller, weil die einzelnen Betriebe dadurch Kosten sparen.

2021 nahm das Projekt des Albergo Diffuso mit der Renovierung der Osteria Manciana und des Hostels in Scudellate seinen Anfang. In den darauffolgenden Jahren wurden die Panorama Lodge « La Casa dei Gelsi», die Capannna «Alpe di Caviano» und das Hotel «Cà Nani» renoviert und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Letzteres liegt in einem anderen Dorf im Muggiotal. Derzeit sind also fünf Unterkünfte dem Projekt angeschlossen. In Scudellate liegen drei der Unterkünfte nur wenige Schritte voneinander entfernt, während die Entfernungen zu den anderen etwas grösser sind. Gäste, die sich für eine dieser Unterkünfte des Albergo Diffuso entscheiden, geniessen nicht nur eine Übernachtung – sie tauchen in das Leben der Region mit ihren vielfältigen naturkundlichen und kulturellen Angeboten ein. Sie kaufen im Dorfladen ein, essen im Grottino, wandern durch Kastanienwälder. Sie begegnen dem Einheimischen und lernen viele Orte in anderen kleinen Dörfern kennen.

NRP-Förderung als Teil des Weges

Claudio Zanini, selbst aus der Region stammend, hat hierfür Häuser in seinem Heimatdorf gekauft – alte Steinbauten, einige fast verfallen.  Die Umsetzung eines solchen Projekts ist anspruchsvoll – und braucht neben Idealismus auch Ressourcen und Planung. An dieser Stelle wurde das Projekt durch die Unterstützung der Neuen Regionalpolitik (NRP) entscheidend gestärkt. Die finanzielle Beteiligung der NRP hat laut Projektträger Claudio Zanini ermöglicht, das Vorhaben schrittweise aufzubauen und erste Umsetzungen zu realisieren.

Die Neue Regionalpolitik (NRP) ist – so Zanini – «die Basis des ganzen Projekts». Dank ihrer finanziellen Unterstützung konnte das Renovierungskonzept der alten Gebäude umgesetzt und der Betrieb als Albergo Diffuso überhaupt erst aufgenommen werden.

Touristische Wirkung für eine ganze Region

Auch Nadia Fontana Lupi, Direktorin von Mendrisiotto Turismo, sieht das Potenzial des Projekts weit über einzelne Übernachtungen hinaus. Im Video erklärt sie: „Albergo Diffuso bringt neues Leben ins Tal und auf den Monte Generoso. Es geht nicht nur um Tourismus – es geht um wirtschaftliche Impulse, regionale Identität und ein neues Selbstbewusstsein für die lokale Bevölkerung.“

Das Projekt Albergo Diffuso zeigt beispielhaft, wie die Neue Regionalpolitik Impulse setzen kann. Gerade in peripheren Regionen wie dem Muggio-Tal zeigt sich, was regionale Entwicklung konkret bedeuten kann: bestehende lokale Ressourcen werden genutzt, neue Angebote entstehen, die Identität der Region wird gestärkt. Die Wertschöpfung bleibt im Tal, und die Dörfer erhalten neuen Auftrieb.

Aktuell zählt das Albergo Diffuso rund 80 Betten. Ziel ist es, in den kommenden Jahren weitere Infrastrukturen aufzubauen und das Konzept weiterzuentwickeln – neue Häuser und auch digitale Lösungen, um die Region weiter aufblühen zu lassen. Dabei braucht es auch weiterhin eine Politik, die solche Wege mitträgt.

„Die NRP hat hier einen grossen Impact – und wird diesen auch künftig haben.“, so Zanini.

Mehr über die NRP und wie sie Projektideen in den Regionen fördert:

NRP-Fachstellen
Mehr zum Albergo Diffuso Monte Generoso
Mehr zur Region Mendrisiotto und Basso Ceresio
Praxisleitfaden zur erfolgreichen Regionalentwicklung

Bild © Albergo Diffuso Monte Generoso

Martigny: Einzigartiger Themenpark Barryland eröffnet 

Am Donnerstag, 14. August 2025, wurde das neue Barryland in Martigny in Anwesenheit von Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter eingeweiht. Der Themenpark stellt die faszinierende Welt der Bernhardinerhunde in den Mittelpunkt und schafft damit auf 22’000m² eine sehenswerte touristische Innovation – gefördert von der Neuen Regionalpolitik.

An der Einweihung zeigte sich Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter mit ihrem Patenhund «Zeus» und erklärte: «Der Name Barry steht noch heute für Mut und heldenhafte Taten. Mit ihm würdigt Barryland eine ganze Schweizer Tradition.» Mut brauchte auch die Fondation Barry, um ihr altes Museum mit einem völlig neuen Themenpark zu ersetzen. Denn das Budget belief sich auf 24 Millionen Schweizer Franken. 

Die Finanzierung wurde durch das wirkungsvolle Engagement zahlreicher Unternehmen, Stiftungen, öffentlicher Institutionen sowie Eigenmittel sichergestellt. Hinzu kam eine gezielte Fundraising-Kampagne. Die Neue Regionalpolitik unterstützte bereits 2017 die Machbarkeitsstudie für den neuen Themenpark und trug später mit einem zinslosen Darlehen wesentlich zur Realisierung bei. Auch Innotour leistete einen Beitrag, mit dem Ziel, das Wallis als Tourismusregion noch stärker zu vermarkten und die Wertschöpfung entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu steigern. 

Bernhardinerhunde als Attraktion

Über 30 Bernhardinerhunde leben heute im Themenpark. Fünf symbolische Erlebniswelten präsentieren je einen typischen Wesenszug des Bernhardiners: der Retter, der Freund, der Star, der Geniesser und der Spieler. Herzstück der Anlage ist das Hauptgebäude in Form einer Hundepfote. Es wurde durch ein lokales Architekturbüro realisiert; beim Bau waren zu 70 Prozent Unternehmen aus der Region beteiligt. 

Touristische Innovation und neue Arbeitsplätze

Dem Barryland ist zu wünschen, dass sich das regionale Engagement und der Mut zur Innovation auszahlt. Bis jetzt zeigt sich Jean-Maurice Tornay, Präsident der Fondation Barry zufrieden: «Der Schlüssel war ein wettbewerbsfähiges touristisches Angebot mit einem einmaligen lebendigen Museum, 14 neu geschaffenen Arbeitsplätzen und einem vergrösserten Restaurant.» 

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Podcast: «Cradle-Alp» – Schritte hin zu einer erfolgreichen Kreislaufwirtschaft

Der Begriff «Cradle to Cradle» wird häufig im Zusammenhang mit Kreislaufwirtschaft gebraucht. Er bedeutet sinngemäss «vom Ursprung zum Ursprung» und steht für eine konsequente Kreislaufwirtschaft. Diese setzt darauf, Ressourcen effizienter zu nutzen, Abfall zu minimieren und Produkte so zu gestalten, dass sie möglichst lange in Umlauf bleiben. Basierend auf diesem Konzept fokussiert das Interreg-Projekt «Cradle-Alp» auf die Kreislaufwirtschaft in der Alpenregion. Ziel des im Kanton Freiburg lancierten internationalen Projekts ist, diese in Unternehmen zu implementieren. Wie das geschehen soll und wie dabei Hochschule, Kanton und Unternehmen eng zusammenarbeiten, davon berichten unsere Podcast-Gäste Véronique Gruber, Andreas Fischer und Michael Keller.

«Unternehmen produzieren Abfall, den sie entsorgen. Doch es stellt sich die Frage: Könnte man daraus etwas Nützliches machen und ihn sogar verkaufen?»

Abfallprodukte bergen ökonomisches Potenzial

Warum Kreislaufwirtschaft (KLW) bei Weitem noch nicht ausgeschöpft ist, erklärt der Leiter des Interreg-Projekts «Cradle-Alp» Michael Keller von der Hochschule für Architektur und Technik in Freiburg einleuchtend: «Es fehlt oft an Information und Verständnis für alternative Nutzungsmöglichkeiten von Abfallprodukten. Das muss sich ändern». Aus diesem Grund konzentriert sich das international vernetzte Projekt «Cradle-Alp» (siehe Kasteninformation) auf praxisorientierte Lösungen. Das Projekt ist bei der Hochschule für Architektur und Technik Freiburg i.Ü. angesiedelt. Es richtet sich mit diesen Vorhaben gezielt an Unternehmen im Kanton Freiburg. Unterstützt von der Neuen Regionalpolitik (NRP) und in Zusammenarbeit mit ausgewählten Unternehmen werden die vorhandenen Instrumente und Möglichkeiten für eine erfolgreiche Implementierung von KLW analysiert. Dabei wird auch untersucht, ob und wie sich diese Lösungen ökologisch und ökonomisch lohnen würden.

Alternative Materialien gesucht – und gefunden

Ein zentrales Instrument in diesem Prozess ist der sogenannte Value Chain Generator (VCG), der in einem früheren Projekt von der Hochschule für Technik und Architektur entwickelt wurde und heute vom Start-up VCG.AI in Stuttgart betrieben und weiterentwickelt wird. Andreas Fischer ist Professor an der Hochschule, an dessen Forschungsinstitut iCoSys, dem Institut für künstliche Intelligenz und komplexe Systeme. Er war massgeblich an der Entwicklung dieses Tools beteiligt. Andreas Fischer erklärt im Podcast, welche Überlegungen hinter dieser umfangreichen Datenbank stecken und wie Künstliche Intelligenz (KI) die Umsetzung von KLW unterstützen kann. Denn Unternehmen benötigen einerseits Lösungen, um Abfallprodukte sogar gewinnbringend in den Wirtschaftskreislauf zurückzuführen, anstatt sie kostenpflichtig entsorgen zu müssen. Andererseits müssten Unternehmen auf alternative umweltfreundliche Materialien zugreifen können, ohne grossen Aufwand betreiben zu müssen. Doch wie kommen die beiden Seiten zueinander? Hier kommt nun der erwähnte Value Chain Generator zum Zuge, der diese Daten bündelt und zur Verfügung stellt. Im neuen Projekt «Cradle-Alp» kommt er nun auch wieder zum Einsatz.

Die regionale Wirtschaft stärken und fördern

Für die Projektleiterin Regionalpolitik und Interreg-Verantwortliche Véronique Gruber gibt es mehrere Gründe, weshalb der Kanton Freiburg dieses Projekt aktiv unterstützt. Sie hebt hervor, dass das internationale Projekt die regionale Wirtschaft stärken kann. Gleichzeitig fügt es sich hervorragend in die Roadmap des Kantons zur Kreislaufwirtschaft ein. Sie ist überzeugt, dass das Projekt Innovation in lokalen Unternehmen fördert. Sie betont, dass sich Forschung und Praxis wertvoll unterstützen können. In zehn Jahren, so die Hoffnung, soll Kreislaufwirtschaft überall eine spürbare Wirkung entfalten und in den Geschäftsmodellen etabliert sein.

Marke graubünden

Die Marke graubünden wurde im Jahr 2003 lanciert. Damals wurde eine branchenübergreifende Regionenmarke zur nachhaltigen Stärkung des Wirtschaftsstandorts Graubünden von der Regierung gefordert.

Die Marke graubünden hat zum Ziel, die Kernwerte der Region – wahr, wohltuend und weitsichtig – bei den Bewohnenden, Unternehmen wie auch bei den Gästen zu vermitteln und zu stärken. Die Marke soll dazu beitragen, Graubünden als attraktiven Lebens-, Arbeits- und Erholungsraum zu positionieren.  Das NRP-Projekt «graubünden nachhaltig» ist eines von vielen Arbeitsinstrumenten der Marke graubünden, um dieses Ziel zu erreichen.

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Das Coaching-Programm von HotellerieSuisse und SECO konnte viel bewegen

Im Frühjahr 2020 war die Beherbergungsbranche von der Covid-19-Pandemie und den vom Bundesrat ergriffenen Schutzmassnahmen stark betroffen. Zur Unterstützung der Betriebe wurde das Coaching-Programm von HotellerieSuisse und SECO mit Fördermitteln der Neuen Regionalpolitik (NRP) lanciert. Durch bedürfnisorientierte mehrtägige Coachings konnten hunderte kleinere und mittelgrosse Individualbetriebe zukunftsfähiger gemacht werden. Bei einer Abschlussveranstaltung in Thun haben sich Beteiligte getroffen und über ihre Erfahrungen ausgetauscht. 

«Ich wollte im Rahmen dieses Coachings eigentlich meine Pensionierung vorbereiten. Gemeinsam mit dem Coach haben wir dann aber vor allem an unseren Abläufen und Prozessen gearbeitet.»

Ruth Thierstein vom Boutique Hotel Matterhorn Lodge in Zermatt

Sie ist die Stimme von einem der knapp 300 Betriebe, die in den vergangenen Jahren am Coaching-Programm von HotellerieSuisse teilgenommen haben. Sie führt in ihrer spontanen Wortmeldung weiter aus: «Das Resultat ist, dass ich nun ganz viel an meinen jungen Direktor abgeben kann. Das hat am Anfang zwar viel Mut und auch Überzeugungskraft gekostet, aber letzten Endes war dieses Coaching ein riesengrosses Geschenk für mich und für unser Hotel.»

©Corinne Glanzmann

Gute Rückmeldungen

Im Rahmen einer kurzen Podiumsdiskussion schilderte Martina Anderberg – eine der beteiligten Coaches – aus, wie sie ihre Arbeit erlebt hat: «Viele Betriebe haben im Alltag selten Kapazitäten, sich den wirklich kritischen Fragen zu stellen. Den Mut zu fassen, etwas über Bord zu werfen, braucht Unterstützung von aussen.»

Zu Beginn der Covid-19-Pandemie, im Frühjahr 2020, ergriff der Bundesrat Massnahmen, die die Beherbergungsbranche stark belasteten. Zu deren Unterstützung lancierte das SECO gemeinsam mit HotellerieSuisse im Februar 2021 das Coaching-Programm für die Beherbergungsbranche. Das Projekt wurde mit Fördermitteln der Neuen Regionalpolitik mitfinanziert und hatte zum Ziel, vor allem kleinere und mittelgrosse Individualbetriebe, wie das Boutiquehotel Matterhorn Lodge, zu stärken. Die Coachings konnten von April 2021 bis Juni 2024 in Anspruch genommen werden.
Die Rückmeldungen der beteiligten Betriebe und der Coaches fällt durchs Band sehr positiv aus. Dies bestätigt sowohl eine Kurzevaluation von regiosuisse, die das SECO in Auftrag gegeben hat, als auch der von HotellerieSuisse erstellte Schlussbericht.

Hohe Nachfrage und breite Wirkung

Es nahmen Betriebe aus allen Landesteilen am Programm teil, mit einem Fokus auf kleinere und mittelgrosse Beherbergungsbetriebe (10 bis 60 Zimmer). Besonders stark vertreten waren Betriebe aus Bergregionen und ländlichen Gebieten. Damit konnte eine wichtige Zielsetzung des Programms, die Wirkung im NRP-Perimeter zu entfalten, erfüllt werden. Im Rahmen von bis zu fünf Coaching-Tagen pro Betrieb konnten Themen wie Kosteneffizienz dank optimierten Prozessstrukturen, erfolgreicher Vertrieb durch klare Positionierung, verbesserte Onlinepräsenz mit Digitalisierungsstrategie, konsequente Umsetzung von Nachhaltigkeitsmassnahmen im Rahmen einer Gesamtstrategie oder Schärfung des Arbeitgeberprofils durch Employer Branding individuell bearbeitet werden.

Das Angebot wurde von den Betrieben sehr geschätzt und als äusserst wertvoll beurteilt. 75 % der teilnehmenden Betriebe gaben an, dass das Coaching die Geschäftsentwicklung positiv beeinflusst habe. Positive Nebeneffekte des Programms sind, dass in der Branche die Offenheit gegenüber Coaching erhöht und Impulse für weitere Investitionen und Kooperationen gesetzt werden konnten.

Zudem wirkte das Coaching den Betrieben auch für die Strategiefindung. Verfügten zu Beginn des Coaching-Programmes nur 32 Prozent der Betriebe über eine schriftlich festgehaltene Strategie, waren es sechs Monate nach Abschluss bereits 54 Prozent.

«Ganz ehrlich, ich war anfangs skeptisch. Es ist jeweils eine Herausforderung jemanden zu finden, der uns zuhört und unsere Anliegen und Herausforderungen versteht. Bei diesem Coaching haben wir jedoch Resultate erhalten, mit denen wir heute weiterarbeiten»

Ron Pêtre vom Hotel Sonnenberg in Kriens

Der externe Blick des Coaches habe sehr geholfen, sich neu und zukunftsgerichtet aufzustellen. Dies bestätigte auch Peter Vollmer, der sich als Betreiber des Hotels Regina in Mürren im Coaching vertieft mit den Themen Employer Branding und Digitalisierung auseinandersetzte.

Effizienz und gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis

Die Gesamtkosten beliefen sich auf rund 2,34 Mio. CHF, wovon 1,84 Mio durch Mittel der Neuen Regionalpolitik NRP vom Bund getragen wurden. HotellerieSuisse war für die operative Umsetzung des Programms verantwortlich. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis wird als sehr positiv beurteilt: Mit den eingesetzten Mitteln konnte eine grosse Zahl von Betrieben bedarfsgerecht unterstützt werden. Das Coaching-Programm hat somit einen nachhaltigen Beitrag zur Stärkung und Professionalisierung der Schweizer Beherbergungsbranche geleistet und kann als Vorbild für zukünftige Förderinitiativen dienen. Die breite Akzeptanz und die nachweislichen Verbesserungen in den Betrieben unterstreichen den Erfolg des Coachings.

©Corinne Glanzmann


Wird das Projekt weitergeführt? 

Auf die Frage, ob dieses erfolgreiche Projekt weitergeführt werden könne, erklärte Barbara Friedrich, Leiterin der Abteilung Mitglieder & Entwicklung bei HotellerieSuisse, dass ihr Verband ein solches Programm ohne Drittmittel nicht finanzieren könne. Auch Martin Saladin, Leiter der Direktion für Standortförderung im SECO erklärte, dass eine Weiterführung nicht möglich sei, da sich die NRP als Anschubfinanzierung versteht. Er verwies aber gleichzeitig darauf, dass das SECO, schon seit längerer Zeit verschiedene Förderinstrumente – auch in Zusammenarbeit mit den Kantonen – zur Verfügung stellt, um Projekte zu ermöglichen. Es sei ihm wichtig, dass in Zukunft noch stärker darauf hingearbeitet werde, dass die richtigen Akteure vernetzt und in einen Austausch gebracht würden, um dadurch Instrumente zu entwickeln, die nahe an den Bedürfnissen der Beteiligten seien. «Ich höre gerne hin, um mehr zu lernen und genauer zu verstehen, was es braucht», sagte Saladin zum Abschluss.


Mehr Informationen bei regiosuisse:

Förderinstrumente Standortförderung SECO

HotellerieSuisse – der Verband der Beherbergungsbranche – HotellerieSuisse

Weinwandern im Zürcher Weinland – Genuss, Wissen und digitale Innovation

Die Weinwanderwege im Zürcher Weinland haben sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt – auch dank der Neuen Regionalpolitik. Neue Routen, kulinarische Erlebnisse und digitale Highlights machen sie zu einem einzigartigen Ausflugsziel für Weinliebhaberinnen und Weinliebhaber sowie für Naturbegeisterte. Erfahren Sie, wie Tradition und Moderne hier perfekt verschmelzen!

Die acht Weinwanderwege des Zürcher Weinlands haben in den letzten vier Jahren eine beeindruckende Transformation durchlaufen. Im Jahr 2011 angelegt und ausgeschildert, boten sie von Anfang an nicht nur wunderschöne Routen durch die Reblandschaft, sondern auch interessante Einblicke in die Arbeit der Winzerinnen und Winzer. Doch Wind, Wetter und landwirtschaftliche Maschinen setzten den Tafeln und Wegweisern im Laufe der Zeit zu. Es war Zeit für eine Erneuerung – die zu einem Erfolg für alle Beteiligten und die Region Zürcher Weinland wurde.

Ein Neubeginn für die Weinwanderwege

Nach einer ausführlichen Begehung aller acht Routen entschied ProWeinland – auch dank den neuen Möglichkeiten ausgelöst durch die Neue Regionalpolitik (NRP) – das bestehende Konzept völlig zu überdenken. Ziel war ein noch attraktiveres Angebot, das sowohl den Wandernden als auch den regionalen Betrieben zugutekommt. Ein zentraler Schritt dabei: die direkte Einbindung von 16 Weinbaubetrieben entlang der Wege. Gemeinsam mit den Weinbaubetrieben und mit Unterstützung der Zürcher Wanderwege wurden die neuen Streckenverläufe so gestaltet, dass Wandernde an den Weingütern vorbeikommen, ohne Umwege gehen zu müssen. So ergibt sich eine perfekte Verbindung aus Natur, Genuss und direktem Kontakt zu den Produzierenden. Auch wurde die Beschilderung entlang der Route verbessert und basiert auf den Vorgaben der Zürcher Wanderwege.

Foto: ProWeinland

Genussvolle Erlebnisse entlang der Route

Ein weiteres Highlight der Erneuerung sind die vier kulinarischen Begleitangebote, die vor allem kleineren Gruppen die Möglichkeit bieten, den lokalen Wein in geselliger Atmosphäre zu degustieren. Dabei wurde eng mit fast dreissig lokalen Betrieben wie Restaurants, Bäckereien, Metzgereien und Käsereien zusammengearbeitet, um regionale Spezialitäten in das Wandererlebnis zu integrieren.

  • Wine, Dine & Hike: Auf zwei Routen – vom Rheinfall nach Rudolfingen und durch das Stammertal – geniessen Wandernde in drei Restaurants feine Speisen und dazu jeweils zwei Gläser Wein vom lokalen Weinbaubetrieb.
  • Schiterberg & Flaachtal: Hier erwartet die Gäste ein Wine-Bag mit Käse, Fleisch, Brot und einem Weinglas, mit dem sie an verschiedenen Stationen Weine probieren können. Am Schiterberg wird der Wein in den traditionellen «Räbhüsli» degustiert, während im Flaachtal eine Flasche im Wine-Bag integriert ist.
Foto: ProWeinland

Wirkung: Rekordzahlen und digitale Innovationen

Die Winzerinnen und Winzer profitieren von einer gesteigerten Wertschöpfung und erhöhten Sichtbarkeit, während die Wandernden ein einzigartiges Erlebnis geniessen.
Dass die Neuerungen wirken, zeigt der Blick auf die Besucherzahlen: Während 2023 noch 340 Gäste gezählt wurden, verdoppelte sich die Zahl 2024 beinahe! Dieser Erfolg motiviert, das Projekt weiter voranzutreiben.

Ab Frühjahr 2025 wird der Weinwanderweg im Stammertal durch eine digitale Innovation ergänzt: die App «mapstogo». Über QR-Codes an acht ausgewählten Punkten entlang der Route erhalten Wandernde vielseitige Informationen zum Rebbau, zu regionalen Besonderheiten und zu typischen Herausforderungen wie Rebkrankheiten oder Schädlingen. Diese niedrigschwellige Wissensvermittlung macht den Weinwanderweg nicht nur informativer, sondern auch interaktiver. Langfristig sollen alle Weinwanderwege mit «mapstogo» ausgestattet werden – und auch andere regionale Akteurinnen und Akteure, wie Ortsmuseen, können von dieser Plattform profitieren.

Foto: ProWeinland

Tradition trifft Innovation

Die Digitalisierung wertet das Erlebnis der Weinwanderwege weiter auf und macht den Weinbau im Zürcher Weinland noch greifbarer. Es ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie traditionelle Kulturlandschaften durch moderne Technologien neue Impulse erhalten können. Dank der engen Zusammenarbeit zwischen Winzerinnen und Winzern, Gastronomiebetrieben sowie Tourismusakteurinnen und Tourismusakteuren bleibt das Angebot dynamisch und wird kontinuierlich weiterentwickelt.

Die Weinwanderwege sind längst mehr als ein Spaziergang durch die Reben – sie sind eine Einladung zum Entdecken, Geniessen und Verstehen. Wer den Zürcher Wein in all seinen Facetten erleben möchte, findet hier eine perfekte Verbindung aus Natur, Kulinarik und digitaler Innovation.

Obwohl der Kanton Zürich ein wirtschaftsstarker Standort ist, erfüllen zwei Regionen die Voraussetzungen zur Berechtigung von Fördergeldern: das Zürcher Berggebiet und das Zürcher Weinland. Die Umsetzung der NRP im Kanton wird dabei vom Verein «Standortförderung Zürioberland» und dem Verein «ProWeinland» gewährleistet. Sie unterstützen zum einen externe Projektträgerschaften, können zum anderen aber auch eigene Projekte initiieren, welche den Schlüsselkriterien der NRP entsprechen und einen Mehrwert für die Region bieten.