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© Aumera AG

KI im Dienste der Gastfreundschaft: Schweizer Destinationen gestalten digitale Zukunft

Künstliche Intelligenz (KI) ist im Schweizer Tourismus keine Zukunftsmusik mehr, sondern ein Werkzeug, das bereits heute den Arbeitsalltag entlastet und das Gästeerlebnis bereichert. Zwei von Innotour geförderte Projekte zeigen exemplarisch, wie die Branche durch Kooperation und Technologie neue Wege geht.

«Die beiden Projekte demonstrieren eindrucksvoll das Potenzial, das in der Zusammenarbeit über regionale und organisatorische Grenzen hinweg besteht. Sie verdeutlichen die Bedeutung des gemeinsamen Lernens im Umgang mit KI und zeigen, wie eine strukturierte Zusammenarbeit zwischen den Tourismusakteuren zu skalierbaren, innovativen Lösungen führt. Mit der Unterstützung solcher Projekte leistet das SECO über Innotour einen wichtigen Beitrag dazu, den Schweizer Tourismus digital fit für die Zukunft zu machen.»

Christoph Schlumpf, Leiter Innotour Staatssekretariat für Wirtschaft SECO

KI-Agenten: Digitale Unterstützung für komplexe Aufgaben

Ein zukunftsweisendes Projekt, initiiert von Basel Tourismus und dem Software-Unternehmen Aumera AG, demonstriert eindrucksvoll, wie KI-Agenten den Tourismussektor transformieren können. Das durch das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) via Innotour finanzierte Projekt wird schrittweise ausgerollt. Im Zentrum stehen dabei die spezialisierten KI-Agenten Eve, Joy und Sonny, die Tourismusorganisationen in der Deutschschweiz, im Engadin sowie im Tessin bereits wirkungsvoll im Arbeitsalltag unterstützen.

  • Nutzen für die Branche: Aktuell sind 15 touristische Organisationen am Projekt beteiligt. Diese entwickeln bedarfsgerechte Anwendungen und teilen sie anschliessend mit allen Projektpartnern. Dieser strukturierte Austausch innerhalb der Branche stellt sicher, dass innovative Lösungen entstehen, die sich realistisch in den Arbeitsalltag verschiedenster Tourismusorganisationen integrieren lassen.
  • Das Konzept: Die drei digitalen Assistenten übernehmen klar definierte Aufgabenbereiche. Eve automatisiert Anfragen, die Content-Planung sowie die Erstellung von Newslettern und sorgt so für konsistente Inhalte. Sonny ist auf den Sales-Bereich spezialisiert und entwirft in kurzer Zeit massgeschneiderte Offerten und Reiseprogramme. Joy wiederum erleichtert Dialogformate, bereitet komplexe Informationen verständlich auf und hilft dabei, verschiedene Perspektiven kritisch einzuordnen.
  • Effizienz und Kontrolle: Die Technologie ermöglicht es, Arbeitsschritte, die früher mehrere Tage beanspruchten, in wenigen Minuten zu erledigen. Dabei bleibt die menschliche Expertise zentral: Die inhaltliche Prüfung und die finale Freigabe liegen stets bei den Mitarbeitenden, welche die KI-Agenten durch präzise Vorgaben steuern. Ziel ist es, durch die Delegation strukturierter Abläufe neuen Freiraum für innovative Ideen und die persönliche Betreuung der Gäste zu schaffen.

«Wir verstehen KI-Agenten als Werkzeuge, die Mitarbeitende entlasten und ihnen mehr Raum für Kreativität, strategisches Denken und echte Gastfreundschaft bieten.»

Dominic Stöcklin, Chief Marketing Officer, Basel Tourismus

AI Local Guides: Skalierbares Insiderwissen mit Charakter

Dieses Gemeinschaftsprojekt zur Stärkung der Digitalisierung im Tourismus wurde ebenfalls durch Innotour unterstützt. Es ist aus einer engen Zusammenarbeit zwischen Zürich Tourismus, Basel Tourismus, Luzern Tourismus, Graubünden Ferien und dem Schweizer Start-up Holoai GmbH entstanden. Gemeinsam wurde eine innovative Lösung entwickelt, die lokales Wissen jederzeit persönlich für Gäste und Einheimische zugänglich macht – ein starkes Zeichen für die kooperative Gestaltung der digitalen Zukunft.

  • Das Konzept: Anstatt auf allgemeine Internetquellen zu vertrauen, basieren die «AI Local Guides» auf dem Fachwissen lokaler Expertinnen und Experten. Die Tourismusorganisationen pflegen diese exklusiven Inhalte selbst, während die KI die Informationen in Echtzeit massgeschneidert und verständlich für den Gast aufbereitet. Dieser Ansatz garantiert verlässliche Empfehlungen, die sich deutlich von Standardantworten abheben. Zudem behalten die Destinationen so die volle Kontrolle über die Qualität und den Kontext ihrer digitalen Kommunikation.
  • Individuelle Persönlichkeiten: Um die Technologie nahbarer zu gestalten, erhielten die Guides eigene Identitäten, die den Charakter der jeweiligen Region widerspiegeln. In Basel führt beispielsweise der humorvolle «Dr Waggis»mit lokalem Charme durch die Fasnachtstraditionen. In Graubünden bietet Lucia Casutt als Allrounderin einen umfassenden Überblick über die gesamte Region. Sie verbindet geschickt verschiedene Orte, Themen und lokale Besonderheiten. Diese Emotionalisierung macht die digitale Beratung zu einem persönlichen Erlebnis.
  • Nutzen für die Branche: Die eigens dafür entwickelte Plattform Joaia Guide Studio von Holoai AG steht ab sofort auch für weitere Destinationen und touristische Akteure als lizenzbasierte Lösung zur Verfügung. 

Innotour – Motor für touristische Innovation

Innotour ist das Förderinstrument des Bundes (Staatssekretariat für Wirtschaft SECO) zur Steigerung von Innovation, Zusammenarbeit und Wissensaufbau und -transfer im Tourismus.

Innotour wurde geschaffen, um die Innovationsrate anzuheben und die gemeinsame Leistungserstellung zu erleichtern. Innotour konzentriert die Förderung auf nationaler Ebene. Dies bedeutet, dass die Mehrheit der Mittel für Vorhaben mit nationaler Ausrichtung und für nationale Koordinationsaufgaben eingesetzt wird. Mit dem Instrument der Modellvorhaben werden jedoch auch regionale und lokale Vorhaben gefördert. 

Weitere Informationen:

  • Haben Sie eine Projektidee? Das regiosuisse Finanzhilfe-Tool hilft Ihnen dabei, schnell die passenden Förderinstrumente für Ihr Vorhaben zu finden.

Bildquelle: © Aumera AG

Werkpark – der Macherort im Appenzellerland

Ein Ort zum Tüfteln, Ausprobieren und Lernen – das ist der Werkpark im Herzen des Appenzellerlands. Mit seinen thematischen Werkstätten ist das innovative Projekt einzigartig in der Schweiz. Das von der Neuen Regionalpolitik geförderte Projekt bietet für alle in der Region etwas: von KMU bis zu Privatpersonen, von Jung bis Alt, von Schülerinnen und Schülern bis zu Pensionären.

Im 1000m² grossen Werkpark wird in der Holzwerkstatt gesägt, geschliffen und gehobelt, in der Metallwerkstatt geschweisst, gebohrt und geschnitten. In der Goldschmiede werden Edelsteine, Glas und Kunststoff bearbeitet, und in der Textilwerkstatt wird designt und genäht – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Diese Atmosphäre inspiriert dazu, sich an die nächste freie Maschine zu setzen und ein eigenes Projekt zu starten. 

«Wir teilen uns Maschinen und Wissen» 

Der Werkpark packt wirtschaftliche Herausforderungen der Region auf mehreren Ebenen an: Im Textil- und Werkunterricht der Oberstufe Gais, der jeweils donnerstags im Werkpark stattfindet, lernen Schülerinnen und Schüler wie Jonas und Florian, ein ferngesteuertes Sofa selbst zu bauen. An der Frühlingsmesse OFFA transportieren sie mit diesem Gefährt ihre VIP-Gäste. Dabei werden Interessen für technische und handwerkliche Themen geweckt. Gleichzeitig erwerben sie wichtige Kompetenzen für den Arbeitsmarkt, indem sie ihre Ideen selbstständig oder im Team umsetzen. So fördert der Werkpark gezielt die Ausbildung von Fachkräften und wirkt damit dem Fachkräftemangel in der Region entgegen. 

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Maschinen für einen fairen Preis

Für Kleinunternehmen in der Region stellt der Werkpark eine Vielfalt an Maschinen zur Nutzung bereit – von Lasern und 3D-Druckern über Fräsen und CNC-Maschinen bis hin zu Schleifmaschinen, Schweissgeräten und Metalltrennsägen. Unternehmen wie die Hugener Tools AG nutzen diese Maschinen nach Bedarf und zahlen nur für die effektive Nutzungsdauer. «Damit haben wir Zugang zu unterschiedlichen Maschinen zu einem fairen Preis, ohne jede einzelne dieser Maschine anschaffen zu müssen. So können wir neue Produktteile, Materialien und Produktionsmethoden testen und bleiben innovativ und wettbewerbsfähig», erklärt Michèle Hugener. Auch Weissküfer Reto Mösli ist regelmässig im Werkpark anzutreffen: Er lasert beispielsweise Schriftzüge in Springseilgriffe und andere Holzanfertigungen. 

Auch Privatpersonen können das Angebot nutzen: Pensionär Kurt brauchte einen Kleiderhaken. Dank eines Coachings lernte er, ein 3D-Modell zu erstellen, dieses in eine Druckdatei umzuwandeln und den 3D-Drucker für den Druck des Kleiderhakens zu bedienen. Coach Simon Heim gibt sein Wissen zu 3D-Druck und Lasertechnik weiter und betont die Vielfalt des Werkparks: «Der Werkpark ist nicht nur durch die Maschinentechniken vielfältig, sondern auch durch die Menschen, die hier zusammenkommen». 

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Sprungbrett für Start-ups

Der Werkpark ist eine Drehscheibe für Innovationen in bestehenden Unternehmen und ein Sprungbrett für Firmengründerinnen und -gründer. Die Zusammenarbeit und der Austausch mit Schulen, Weiterbildungsinstitutionen und Privaten fördert eine breite Vernetzung in der Region. Mit diesem Ziel vor Augen holte sich Mitinitiant Danilo Just Inspiration bei den Turnhallen: «Turnhallen sind leicht zugänglich, gut ausgestattet und von der Infrastruktur her flexibel». 

Innovation für das Appenzellerland dank der Neuen Regionalpolitik 

Die Anschubfinanzierung der Neuen Regionalpolitik (NRP) ermöglichte es, das Konzept für den Werkpark zu erarbeiten, das Gebäude zu mieten und vorzubereiten, um darin Maschinen bereitzustellen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Zudem konnten weitere Sponsoren und Gönner für den Werkpark gewonnen werden. 

Im Kanton Appenzell Ausserrhoden sind 97 Prozent* aller Unternehmen KMU. «Innovationen sind für KMU eine wirtschaftliche und finanzielle Herausforderung. Bis die Grundinfrastruktur steht und genutzt werden kann, braucht es Zeit und finanzielle Mittel. Wir bieten mit der Neuen Regionalpolitik die nötige Anlaufhilfe dafür», erklärt Tina Grosjean, NRP-Verantwortliche des Kantons Appenzell. 

Mitinitiant Danilo Just plant mit seinem Team bereits die Zukunft: «Unsere Vision ist es, den Werkpark als langfristige Infrastruktur für Innovation, Bildung und Unternehmertum im Appenzellerland zu etablieren.»

*Schweizer KMU, Eine Analyse der aktuellsten Zahlen Ausgabe 2024

Weitere Informationen:

Robotik für KMU – mit NRP-Unterstützung zukunftsfähig bleiben

Robotik für KMU in der Region Oberrhein nutzbar machen – das ist das Ziel des europäischen Förderprogramms Robot Hub Transfer. Das Hightech Zentrum Aargau ist Projektpartner und vermittelt Wissen, vernetzt und berät lokale Firmen rund um die Robotik. Die Neue Regionalpolitik (NRP) beteiligt sich finanziell am Aufbau eines Robotik-Netzwerks in der Region Oberrhein. Erfahren Sie im Video, wie Hygentile die robotergestützte Automatisierung des Dosen-Handlings in der Brauerei Mischmasch testet:

Der steigende Fachkräftemangel und wachsender Wettbewerbsdruck fordern die Unternehmen auch in der Region Oberrhein heraus: Unternehmen müssen sich an neue Lösungen trauen, um für die Zukunft sicher aufgestellt zu sein. Hier setzt das europäische Interreg-Projekt Robot Hub Transfer an.

Mehr Robotik-Kompetenz für Unternehmen in der Region Oberrhein

Das High Tech Zentrum Aargau (HTZ) ist ein Projektpartner des Robot Hub Transfers und vermittelt Wissen, vernetzt und berät lokale Firmen rund um die Robotik. So unterstützt es KMU dabei, Roboter effizient und wirtschaftlich einzusetzen. Christoph Brunschwiler – Innovations- und Technologieexperte am HTZ – erklärt: «Wir stellen das Unternehmen ins Zentrum und sorgen dafür, dass es Zugang zu den passenden Technologien, dem nötigen Know-how und den geeigneten Fördermitteln erhält». Denn besonders KMU fehlt oft das nötige Fachwissen, um Robotersysteme sinnvoll und kosteneffizient zu prüfen und implementieren.

Mit Ist-Analysen sowie Prüfung der Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit schafft das Projekt Robot Hub Transfer eine fundierte Entscheidungsgrundlage. KMU können damit einschätzen, ob es sich lohnt in die Robotik-Technologie zu investieren. Damit kann das unternehmerische Risiko minimiert werden.

Robotik in der Praxis: Zusammenarbeit mit dem lokalen KMU Hygentile

Ein erfolgreiches Beispiel, das vom Robotik-Netzwerk am Oberrhein profitiert, ist Hygentile, ein regionales KMU, das sich auf das Abfüllen und Verschliessen von Dosen spezialisiert hat. Bei kleinen Produzenten erfolgt das Füllen und das Verschliessen von Getränkedosen in einzelnen Schritten. Die von Hygentile entwickelte Lösung kombiniert diese einzelnen Schritte zu einem und dies in einer Schutzgas-Umgebung. Dadurch kommt das Getränk während des ganzen Abfüllungs- und Verschliessprozesses zu keinem Zeitpunkt mit Luft in Kontakt, wodurch das Aroma des Getränks besser erhalten bleibt und sich die Haltbarkeit verlängert. «Die Prozessinnovation war bei Hygentile bereits da, was gefehlt hat, war die Automatisierung des Dosen- und Deckel-Handlings», sagt Christoph Brunschwiler. Vermittelt durch das HTZ kam die Zusammenarbeit mit der FHNW zustande. Das Institut für Automation der FHNW klärte die Frage, mit welcher Lösung sich das Dosen- und Deckelhandling beim Abfüllen und Verschliessen automatisieren lässt. Anschliessend entwickelte das Institut in Zusammenarbeit mit Hygentile einen funktionsfähigen Prototyp.

Von einer solchen Innovation profitiert nicht nur die Kleinbrauerei Mischmasch, wo dieser Automatisierungsschritt getestet wurde, sondern die ganze Region Oberrhein, wie Andreas Kunzmann von Hygentile betont: «Es wird in der Region entwickelt, produziert und verkauft. Servicedienstleistungen werden erbracht und Unternehmen aufgebaut, die Arbeitsplätze schaffen».

NRP-Fördermittel als entscheidender Faktor

Dank den NRP-Fördermitteln konnte das KMU Hygentile aus der Region Oberrhein prüfen, wie ihr Abfüll- und Verschliessprozess verbessert werden konnte. Damit es dazu kommen konnte, war der Wissensaustausch mit der FHNW und die Vermittlung der involvierten Parteien durch das HTZ entscheidend.

Europäische Zusammenarbeit in der Robotik

Robot Hub Transfer ist ein Projekt, das vom europäischen Förderprogramm Interreg Oberrhein gefördert wird. Robot Hub Transfer unterstützt KMU in der Region Oberrhein bei der Einführung von Robotik. Das grenzüberschreitende Projekt bringt Partner aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz zusammen. Ziel ist es, durch die Vernetzung von Forschungseinrichtungen und KMU den Technologietransfer im Bereich Robotik zu erleichtern und die Wettbewerbsfähigkeit der Region Oberrhein zu stärken.  Um in einem Umfeld, in dem es an qualifizierten Arbeitskräften mangelt, wettbewerbsfähig zu bleiben, haben KMU am Oberrhein ein grosses Interesse daran, ihre Prozesse mithilfe von Robotern zu automatisieren. Häufig fehlt ihnen jedoch das entsprechende Fachwissen. Hier setzen die Projektpartner des Robot Hub Transfer an. Ziel ist es, bis Herbst 2026 etwa 100 KMU in der grenzüberschreitenden Region Oberrhein (D, F, CH) zu unterstützen.

Links:

KI für KMU – mit NRP-Unterstützung in die digitale Zukunft

Künstliche Intelligenz (KI) für kleinere und mittlere Unternehmen in der Zentralschweiz nutzbar machen – das ist das Ziel des Vereins Local AI Community, kurz LAC genannt. Durch Beratung, Networking und praxisnahe Workshops erhalten Firmen das nötige Wissen, um KI gezielt und gewinnbringend einzusetzen. Ermöglicht wurde dieses Angebot durch die finanzielle Unterstützung der Neuen Regionalpolitik (NRP), die in die Infrastruktur und den Aufbau eines Artificial Intelligence (AI) Hub investiert wurde. Erfahren Sie mehr darüber, wie das funktioniert – unser Video gibt Einblicke.

Hinweis: Zum Zeitpunkt der Aufnahmen lautete der Vereinsname noch LAC2, weshalb im Video der ursprüngliche Name verwendet wird.

Mehr KI-Kompetenz für Unternehmen in der Zentralschweiz

Der gemeinnützige Verein LAC setzt sich dafür ein, dass Unternehmen und Institutionen in der Zentralschweiz KI nicht nur besser verstehen, sondern sie auch erfolgreich anwenden können. Denn oft fehlt es KMU an den richtigen Voraussetzungen, um das Potenzial von KI voll auszuschöpfen. Genau hier setzt der Verein an, mit gezieltem Wissenstransfer, einem starken Netzwerk, mit seinen Veranstaltungen und dem Zugang zu KI-Tools. Innovation soll zur Realität werden. Damit die Wettbewerbsfähigkeit der Region nachhaltig gestärkt und langfristig eine regionale KI-Community aufgebaut wird.

Der AI Hub in Luzern bietet nicht nur eine physische Anlaufstelle, sondern hält für KMU im Wirtschaftsraum Luzern mehrere Dienstleistungen und Angebote rund um KI bereit. Unter anderem:

  • Individuelle Beratungen und Coachings: Unternehmen lernen, welche KI-Anwendungen für sie sinnvoll sind.
  • Praxisnahe Workshops: Mitarbeitende werden geschult und können erste Anwendungen testen.
  • Zugang zu vortrainierten KI-Modellen
  • «AI Sandbox»: Eine digitale Testumgebung für eigene Proof of Concepts.
  • Austauschplattform: Vernetzung von Expertinnen und Experten, Unternehmen und Nachwuchstalenten.

Jamie Shelley, AI Hub Manager bei LAC, sagt über das Angebot: «Wir setzen auf konkrete Anwendungen. Lokale Unternehmen können direkt von unserem Know-how und Netzwerk profitieren. Wir wollen Synergien schaffen und die Innovation hier in der Region fördern.»

NRP-Unterstützung als entscheidender Erfolgsfaktor

Möglich wurde der Aufbau von LAC durch Fördermittel der Neuen Regionalpolitik (NRP). «Dank der NRP sind wir vom Reden ins Machen gekommen», sagt Dr. Patricia Feubli, Vereinspräsidentin von LAC. Die Fördermittel waren zentral, um die nötige Infrastruktur zu schaffen, den AI Hub mit seinem Team aufzubauen und Veranstaltungen zur Vernetzung und Weiterbildung zu organisieren.

Nicole Bachmann von der NRP-Fachstelle bestätigt: «Das Projekt ist für den Kanton wichtig, weil es KMU in der Zentralschweiz den Zugang zu innovativen Technologien erleichtert und langfristig die Wettbewerbsfähigkeit der Region stärkt.»

KI in der Praxis: Zusammenarbeit mit dem lokalen KMU Schaltraum AG

Ein erfolgreiches Beispiel für die Arbeit von LAC ist das Zentralschweizer Unternehmen Schaltraum, das auf Gebäudeautomation spezialisiert ist. Seit Dezember 2024 arbeitet Schaltraum mit LAC zusammen, um das Potenzial von KI in seine betrieblichen Prozesse zu integrieren. «Die Vernetzung von Unternehmen, Wissenschaft und Expertise, die LAC bietet, hat uns überzeugt», sagt Jean-Christophe Martin, Geschäftsleiter der Schaltraum AG. «Gemeinsam bauen wir Wissen auf und machen unser Unternehmen fit für die Zukunft.» Im Rahmen der Zusammenarbeit sind weitere Coachings und Workshops geplant, die sich etwa mit dem Thema «KI im Office» befassen. «Ich freue mich weiterhin auf diesen wertvollen Austausch und die Entwicklung neuer Lösungen», so Jean-Christophe Martin.

Mit LAC haben Unternehmen in der Zentralschweiz eine kompetente Anlaufstelle, um die Möglichkeiten von KI zu entdecken und mit professioneller Begleitung erste Schritte in die digitale Zukunft zu wagen.

Foto: LAC

Weinwandern im Zürcher Weinland – Genuss, Wissen und digitale Innovation

Die Weinwanderwege im Zürcher Weinland haben sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt – auch dank der Neuen Regionalpolitik. Neue Routen, kulinarische Erlebnisse und digitale Highlights machen sie zu einem einzigartigen Ausflugsziel für Weinliebhaberinnen und Weinliebhaber sowie für Naturbegeisterte. Erfahren Sie, wie Tradition und Moderne hier perfekt verschmelzen!

Die acht Weinwanderwege des Zürcher Weinlands haben in den letzten vier Jahren eine beeindruckende Transformation durchlaufen. Im Jahr 2011 angelegt und ausgeschildert, boten sie von Anfang an nicht nur wunderschöne Routen durch die Reblandschaft, sondern auch interessante Einblicke in die Arbeit der Winzerinnen und Winzer. Doch Wind, Wetter und landwirtschaftliche Maschinen setzten den Tafeln und Wegweisern im Laufe der Zeit zu. Es war Zeit für eine Erneuerung – die zu einem Erfolg für alle Beteiligten und die Region Zürcher Weinland wurde.

Ein Neubeginn für die Weinwanderwege

Nach einer ausführlichen Begehung aller acht Routen entschied ProWeinland – auch dank den neuen Möglichkeiten ausgelöst durch die Neue Regionalpolitik (NRP) – das bestehende Konzept völlig zu überdenken. Ziel war ein noch attraktiveres Angebot, das sowohl den Wandernden als auch den regionalen Betrieben zugutekommt. Ein zentraler Schritt dabei: die direkte Einbindung von 16 Weinbaubetrieben entlang der Wege. Gemeinsam mit den Weinbaubetrieben und mit Unterstützung der Zürcher Wanderwege wurden die neuen Streckenverläufe so gestaltet, dass Wandernde an den Weingütern vorbeikommen, ohne Umwege gehen zu müssen. So ergibt sich eine perfekte Verbindung aus Natur, Genuss und direktem Kontakt zu den Produzierenden. Auch wurde die Beschilderung entlang der Route verbessert und basiert auf den Vorgaben der Zürcher Wanderwege.

Foto: ProWeinland

Genussvolle Erlebnisse entlang der Route

Ein weiteres Highlight der Erneuerung sind die vier kulinarischen Begleitangebote, die vor allem kleineren Gruppen die Möglichkeit bieten, den lokalen Wein in geselliger Atmosphäre zu degustieren. Dabei wurde eng mit fast dreissig lokalen Betrieben wie Restaurants, Bäckereien, Metzgereien und Käsereien zusammengearbeitet, um regionale Spezialitäten in das Wandererlebnis zu integrieren.

  • Wine, Dine & Hike: Auf zwei Routen – vom Rheinfall nach Rudolfingen und durch das Stammertal – geniessen Wandernde in drei Restaurants feine Speisen und dazu jeweils zwei Gläser Wein vom lokalen Weinbaubetrieb.
  • Schiterberg & Flaachtal: Hier erwartet die Gäste ein Wine-Bag mit Käse, Fleisch, Brot und einem Weinglas, mit dem sie an verschiedenen Stationen Weine probieren können. Am Schiterberg wird der Wein in den traditionellen «Räbhüsli» degustiert, während im Flaachtal eine Flasche im Wine-Bag integriert ist.
Foto: ProWeinland

Wirkung: Rekordzahlen und digitale Innovationen

Die Winzerinnen und Winzer profitieren von einer gesteigerten Wertschöpfung und erhöhten Sichtbarkeit, während die Wandernden ein einzigartiges Erlebnis geniessen.
Dass die Neuerungen wirken, zeigt der Blick auf die Besucherzahlen: Während 2023 noch 340 Gäste gezählt wurden, verdoppelte sich die Zahl 2024 beinahe! Dieser Erfolg motiviert, das Projekt weiter voranzutreiben.

Ab Frühjahr 2025 wird der Weinwanderweg im Stammertal durch eine digitale Innovation ergänzt: die App «mapstogo». Über QR-Codes an acht ausgewählten Punkten entlang der Route erhalten Wandernde vielseitige Informationen zum Rebbau, zu regionalen Besonderheiten und zu typischen Herausforderungen wie Rebkrankheiten oder Schädlingen. Diese niedrigschwellige Wissensvermittlung macht den Weinwanderweg nicht nur informativer, sondern auch interaktiver. Langfristig sollen alle Weinwanderwege mit «mapstogo» ausgestattet werden – und auch andere regionale Akteurinnen und Akteure, wie Ortsmuseen, können von dieser Plattform profitieren.

Foto: ProWeinland

Tradition trifft Innovation

Die Digitalisierung wertet das Erlebnis der Weinwanderwege weiter auf und macht den Weinbau im Zürcher Weinland noch greifbarer. Es ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie traditionelle Kulturlandschaften durch moderne Technologien neue Impulse erhalten können. Dank der engen Zusammenarbeit zwischen Winzerinnen und Winzern, Gastronomiebetrieben sowie Tourismusakteurinnen und Tourismusakteuren bleibt das Angebot dynamisch und wird kontinuierlich weiterentwickelt.

Die Weinwanderwege sind längst mehr als ein Spaziergang durch die Reben – sie sind eine Einladung zum Entdecken, Geniessen und Verstehen. Wer den Zürcher Wein in all seinen Facetten erleben möchte, findet hier eine perfekte Verbindung aus Natur, Kulinarik und digitaler Innovation.

Obwohl der Kanton Zürich ein wirtschaftsstarker Standort ist, erfüllen zwei Regionen die Voraussetzungen zur Berechtigung von Fördergeldern: das Zürcher Berggebiet und das Zürcher Weinland. Die Umsetzung der NRP im Kanton wird dabei vom Verein «Standortförderung Zürioberland» und dem Verein «ProWeinland» gewährleistet. Sie unterstützen zum einen externe Projektträgerschaften, können zum anderen aber auch eigene Projekte initiieren, welche den Schlüsselkriterien der NRP entsprechen und einen Mehrwert für die Region bieten.

Online-Ratgeber zur Digitalisierung für Gemeinden

Kaum eine Gemeinde kommt heute ums Thema Digitalisierung herum. Während manche schon weit fortgeschritten sind, stehen andere noch ganz am Anfang. Was beschäftigt Ihre Gemeinde? Welche Begriffe sind noch unklar? Beim Digital-Ratgeber werden eingereichte Fragen von Expertinnen und Experten beantwortet.

Es ist es gar nicht so einfach, die Orientierung im Digitalisierungs-Dschungel zu behalten. Zahlreiche Themenfelder sollten bearbeitet werden, immer neue Lösungen werden auf dem Markt angeboten. Das überfordert häufig gerade Gemeinden, die wenig Ressourcen haben. Der Digital-Ratgeber schafft Abhilfe. Er wurde in enger Zusammenarbeit zwischen dem Schweizerischen Gemeindeverband, dem Verein Myni Gmeind und der Digitalen Verwaltung Schweiz (DVS) entworfen. Welche Fragen zur Digitalisierung, digitalen Transformation oder E-Government haben Sie?

Auf diese Weise können alle Nutzerin­nen und Nutzer der Website von den Erkennt­nissen profitieren. Besonders relevante Fragen und Antworten veröffentlicht der SGV im Maga­zin «Schweizer Gemeinde».

Neue App der Schweizer Pärke

Die App der Schweizer Pärke hat einen umfassenden Relaunch erfahren. Sie erscheint in einem neuen Design und mit ergänzten Funktionen. Die App dient als multifunktionaler Taschenführer für Gäste und vernetzt die Parkaktivitäten mit entsprechenden Mobilitätsangeboten. Als Kartengrundlage der App dienen die offiziellen Schweizer Landeskarten. Alle vorgestellten Aktivitäten sind mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.

app.parks.swiss

Der Minibus bis zur Haustür

Peter Jankovsky

Im Tessiner Verzascatal läuft das ÖV-Vorzeigeprojekt «Verzasca Mobile»: Via Mobile-App können Einheimische und Gäste kollektive Fahrten mit einem Elektro-Minibus ordern, der sie wortwörtlich von Tür zu Tür bringt – nicht nur im Tal selbst, sondern auch zu den Zügen und Bussen unten in der Magadino-Ebene. Die Mobile-App funktioniert reibungslos, die Koordination der Fahrtbestellungen und die Durchführung müssen allerdings noch optimiert werden.

Giovanna R. ist berufstätige Mutter und lebt im Verzascatal. Es ist Hochsommer, und sie möchte von ihrem Wohnort Brione-Gerra nach Cadenazzo in der Magadino-Ebene hinunterfahren. Dort lebt in einer Seniorenresidenz ihr Vater, den sie mit ihren zwei Kindern besuchen will. Soll Giovanna das Postauto nehmen, das sie zum nächsten SBB-Bahnhof bringt? Der Fahrplan weist zeitlich Lücken auf, etwa am frühen Nachmittag und abends. Hinzu kommt, dass gerade im Sommer die Busse im Verzascatal oft voll sind mit Feriengästen, die zur berühmten Römerbrücke in Lavertezzo strömen und von dort ins grüne Wasser der Verzasca springen. Überfüllte Busse sind stressig, und schliesslich liegt die Postauto-Haltestelle recht weit von Giovannas Wohnung entfernt.

Soll sie also für die mindestens vierzigminütige Fahrt ihr Auto benutzen? Auch die enge Kantonsstrasse durchs Tal ist im Sommer überlastet. Die Fahrt erfordert deshalb viel Geduld und ist nicht nachhaltig.

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Buchen und zu Hause warten

Diese Probleme plagen die Bewohnerinnen und Bewohner des Verzascatals schon seit Jahren. Seit Oktober 2021 bietet sich Giovanna jedoch eine weitere Möglichkeit: Sie kann eine Fahrt in einem der zwei Elektro-Minibusse buchen, die im Rahmen des Projekts «Verzasca Mobile» zirkulieren. Dazu nutzt sie die entsprechende Mobile-App. Hat sie ihren Reisewunsch eingegeben und eine Fahrt reserviert, kann sie bequem zu Hause warten.

Der Minibus holt sie schliesslich an der Haustür ab und setzt sie direkt am Bahnhof von Tenero ab, damit sie den Zug nach Cadenazzo nehmen kann. So schont Giovanna ihre Nerven – und die Umwelt. Ausserdem kann sie ab 7 Uhr morgens mit den Minibussen rechnen, die abends bis etwa 22.30 Uhr unterwegs sind.

«Das Angebot an kollektiven Fahrten mit den Minibussen soll helfen, die Lebensqualität in unserem Tal zu steigern», sagt Alessandro Speziali. Er fungiert als Koordinator des Masterplans der Fondazione Verzasca, in dessen Rahmen das Pilotprojekt «Verzasca Mobile» mit den Bussen läuft. «Verzasca Mobile», das vor allem für die Einwohnerinnen und Einwohner sowie für Gäste gedacht ist, die im Tal übernachten, erweist sich als eine der Massnahmen, die den Menschen im Bergtal im Sinne des Masterplans zu einer guten Lebensqualität verhelfen und dazu beitragen sollen, die Abwanderung zu stoppen, aber auch jüngere Leute mit Kindern anzuregen, ins Tal zu ziehen.

Bedürfnisgerechtes Mobilitätsangebot

Die Fahrzeuge von «Verzasca Mobile» sind den ganzen Tag über verfügbar. Der Fokus liegt jedoch auf den Randstunden, in denen die Fahrpläne Lücken aufweisen, als Komplementärangebot zum Postauto, das die individuellen Bedürfnisse der Einheimischen abdeckt. Am späteren Nachmittag – wenn Berufspendlerinnen und -pendler sowie Schülerinnen und Schüler auf dem Heimweg sind – entlastet das Angebot auch die Postautokurse. Während die Mini-Elektrobusse im Verzascatal selber alle möglichen Destinationen bedienen, ist der Service in der Magadino-Ebene auf eine Handvoll Bahnhöfe und Einkaufszentren beschränkt.

Die beiden Minibusse mit je acht Sitzplätzen fahren im Sommerhalbjahr täglich, im Winter sonntags nicht. Während der Fahrten können freundschaftliche Kontakte entstehen, zumal sich die Chauffeure offen und hilfsbereit zeigen. «Die Leute schätzen das persönliche Element bei uns», stellt Minibus-Fahrer Marcel Bisi fest. Er ist einer der acht Chauffeure, die neben den zwei in Vollzeit angestellten Fahrern in Teilzeit eingesetzt werden.

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Zunehmend genutzt

Im 26 Kilometer langen Verzascatal leben rund 900 Menschen. Das Pilotprojekt mit den Minibussen startete Anfang Oktober 2021 und soll bis September 2023 dauern. Bis Ende Januar 2022 transportierten sie 483 Fahrgäste, bis Ende November 2022 waren es schon 3275. Bis dahin hatten 1279 Personen einen Account angelegt und die Hälfte von ihnen eine Fahrtbestellung aufgegeben.

Die Mobile-App für die Buchung werde stetig verwendet, hält Projektleiter Lorenzo Sonognini fest. Zudem wachse die Zahl der App-Nutzerinnen und -Nutzer  kontinuierlich,  nachdem das Interesse nach einem anfänglichen «Neugier-Peak» etwas nachgelassen hatte. Die App wurde von der Firma ioki, einer Tochter der Deutschen Bahn, für die Postauto AG konzipiert.

Die Pläne für die Anwendung im Verzascatal und das Geschäftsmodell erarbeitete das Schweizer Entwicklungsbüro Conim. Die Fondazione Verzasca verfeinerte das Modell weiter und führt auch die Fahrten aus. Die Postauto AG betreut die aktuelle Weiterentwicklung und den Betrieb der App, den sie auch finanziert.

Will also Giovanna R. in die Magadino-Ebene mitfahren, gibt sie in der App Fahrziel und Datum ein. Die Applikation gleicht die Fahrtbestellung mit den Buchungen der potenziellen Mitfahrenden ab und offeriert ihr einen Zeitplan. Giovanna kann zudem sehen, wo sich der betreffende Minibus befindet. Hat sie sich definitiv für die Fahrt entschieden, ordert sie und bezahlt auch gleich per App oder im Notfall beim Fahrer. Es existieren drei Tarifzonen; mit einem Fahrpreis von fünf Franken pro Zone sind die Minibusse etwas teurer als das Postauto – dafür ist der Service massgeschneidert.

Ist der Minibus noch weit weg oder bereits voll, müssen die Fahrgäste – vor allem, wenn sie kurzfristig buchen – mit einer längeren Wartezeit rechnen. Auch das signalisiert die App der Bestellerin. «Wir passen die Parameter für die Koordination der Buchungen und Zeitfenster laufend an, wobei uns die Feedbacks der Fahrgäste helfen», erklärt dazu Projektleiter Sonognini.

Pilotprojekt für Randgebiete

«Verzasca Mobile» ist ein Leuchtturmprojekt des «Masterplans Verzasca». Dies bot die Möglichkeit, das Projekt auch durch die Neue Regionalpolitik des Kantons Tessin zu unterstützen. Während zweier Jahre kann so ein innovatives Mobilitätsmodell für periphere Regionen getestet werden, das auch für andere Masterpläne des Kantons infrage kommen könnte. Das Projekt stiess auf breites Interesse und konnte dadurch substanzielle Finanzierungsbeiträge generieren – von der Gemeinde Verzasca, der Stiftung Verzasca, der Postauto AG, den sbb, der Tourismusorganisation Ascona-Locarno und dem Verkehrsclub der Schweiz (vcs).

«Verzasca Mobile» ist ein Vorzeigeprojekt. Zwar laufen auch anderswo Versuche mit Minibussen, das Verzasca-Projekt ist jedoch das grösste in Bezug auf Umfang und Komplexität – insbesondere hinsichtlich Logistik und Digitalisierung. Ist das Konzept perfektioniert, will es die Postauto AG auch in anderen Regionen umsetzen. Das Verzasca-Projekt wird so zum Pilotprojekt für andere periphere Gebiete der Schweiz.

verzasca.ch/de/verzasca-mobile

regiosuisse.ch/projects-nrp

Weitere Artikel

Mit Carpooling die Regionen erschliessen

Patricia Michaud

«Interreg Alpine Space», das Interreg-Programm zur Stärkung des Alpenraums, strebte mit dem Projekt «MELINDA» (Mobility Ecosystem for Low-carbon and INnovative moDAl shift in the Alps) an, das Potenzial der Datenerhebung und -auswertung besser zu nutzen, um die Entwicklung einer umweltfreundlicheren und nachhaltigeren Mobilität in Städten und ländlichen Gebieten zu fördern. Das Projekt wurde 2018 gestartet und 2021 abgeschlossen. Auf Schweizer Seite verantwortlich war die Hochschule Luzern (HSLU). Sie führte unter Leitung von Timo Ohnmacht zwei Pilotprojekte durch, die sich auf Fahrgemeinschaften (Carpooling) konzentrierten. Deren Ziel war es, Modelle zu testen, die die Erreichbarkeit ländlicher Gebiete verbessern und gleichzeitig die Abhängigkeit der lokalen Bevölkerung vom motorisierten Individualverkehr verringern könnten.

«Taxito» wurde zwischen Chur und Maladers (GR) entwickelt. Schilder an strategischen Punkten zeigen Haltestellen an, an denen Autofahrerinnen und Autofahrer Mitreisende abholen können, die sich zuvor per SMS für eine Mitfahrmöglichkeit interessiert haben.

«HitchHike», bereits bestehend seit 2011, startete im Naturpark Thal (SO) eine erste öffentliche Plattform für Mitfahrgemeinschaften. Sie verbindet Personen, die regelmässig ähnliche Strecken zurücklegen, zu Fahrgemeinschaften.

Gemäss Timo Ohnmacht, an der HSLU für «MELINDA» zuständig, wollte der Schweizer Teil des Programms «die Gleichung ‹soziale Teilhabe in ländlichen Gebieten = Privatfahrzeug› auflösen». Allerdings zeigte sich, dass die Zahl der «Taxito»- und «HitchHike»-Nutzerinnen und -Nutzer bei weitem nicht ausreicht, die CO2-Emissionen wesentlich zu reduzieren. Denn: «Es reicht nicht, einfach nur neue Tools einzuführen und die Bevölkerung zu informieren; parallel dazu braucht es Good-Governance-Regeln, um die Attraktivität von Privatfahrzeugen einzuschränken.» Dennoch erfreuen sich die Angebote wachsenden Zuspruchs. «Taxito» gibt es inzwischen in 6 Regionen mit 38 Haltestellen und «HitchHike» expandierte im vergangenen Jahr ins europäische Ausland.

alpine-space.eu/project/melinda

regiosuisse.ch/projects-nrp

taxito.ch

hitchhike.ch

Hier finden Sie die Langversion in Französisch.

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Digitaler Wegweiser zu den Standortförderangeboten

Die Standortförderung des Bundes unterstützt den Wirtschaftsstandort Schweiz mit einer breiten Palette von Unterstützungs- und Förderangeboten für Unternehmen und andere Organisationen. Nutzerinnen und Nutzer dieser Angebote standen bisher vor der Herausforderung, die für sie passende Lösung rasch zu finden. Der «Standortförderguide», ein neues, interaktives Beratungstool, soll dies nun erleichtern: Mit wenigen Klicks gelangen Nutzerinnen und Nutzer zu den relevanten Angeboten. Der «Standortförderguide» ergänzt als digitaler Wegweiser die bestehenden Rubriken der SECO-Website. Die aktuelle Palette umfasst 16 Förderinstrumente mit rund 50 Angeboten.

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