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Der Einstiegskurs – für alle, die mit der Neuen Regionalpolitik in Berührung kommen

Der Einstiegskurs in die Neue Regionalpolitik ist bereits ein Klassiker – und meistens schnell ausgebucht. Wem nützt der Kurs und was sagen die Teilnehmenden dazu? Wir haben uns am eintägigen Kurs in Altdorf im Kanton Uri umgehört. 

Die Neue Regionalpolitik (NRP) ist ein ausgezeichnetes Mittel des Bundes, um Innovation, lokale Wertschöpfung und die Schaffung von Arbeitsplätzen zu fördern. Aber sie ist komplex: Die Umsetzung erfolgt in 26 Kantonen mit je eigenen Programmen und Rahmenbedingungen. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl an lokalen, regionalen und sogar internationalen Akteuren. 

Der Einstiegskurs verschafft hier den Durchblick. Das bestätigt auch Teilnehmer Rolf Infanger vom Urner Gemeindeverband: «Ich kam mit der Erwartung, dass mir die Grundprinzipien der Neuen Regionalpolitik aufgezeigt werden und wie ich als Regionalmanager meine Klientinnen und Klienten am besten unterstützen kann. Diese Erwartungen wurden erfüllt!»

Marcel Zumkemi vom Regions- und Wirtschaftszentrum Oberwallis (RWO) empfiehlt den Einstiegskurs sogar allen, die mit der Neuen Regionalpolitik in Berührung kommen: «Es werden wertvolle Hintergründe vermittelt. Auch wenn man bereits einige NRP-Projekte bearbeitet hat, ist der Kurs nützlich.»

Ideen für die Organisation und für die Beratung

Die Komplexität der NRP erlebt Nadia Scherer von der Destination Einsiedeln-Ybrig-Zürichsee beinahe täglich: «In unserem Tourismusgebiet haben wir häufig mit mehr als einem Kanton zu tun, was unsere Arbeit anspruchsvoll macht. Ich war erleichtert, als ich am Einstiegskurs erfahren habe, dass nicht bloss ich diese Situation anspruchsvoll finde, sondern dass es am System liegt. Ich nehme aus dem Einstiegskurs neue Ideen mit, wie wir diesem System besser entsprechen können.»

Die Inhalte des Einstiegskurses sind praxisnah. Das sieht auch Jasmin Schlaepfer von VISIT Glarnerland so: «Ich fand die Mischung aus Praxisbeispielen und Theorie sehr gut. Und ich fühle mich gut begleitet, weil ich jetzt weiss, wo ich zusätzliches Know-how abholen kann. Als Verantwortliche der Destinationsentwicklung begleiten wir Projekte von der Basis. Ich habe dank des Einstiegskurses mehr Sicherheit in der Beratung gewonnen und kann die Initiantinnen und Initianten von Projekten jetzt noch besser unterstützen.» 

Horizonterweiterung dank Präsenzveranstaltung

Nachdem der Einstiegskurs mehrmals online durchgeführt wurde, fand er dieses Mal vor Ort im Innovationsbiotop Uri in Altdorf statt und vermittelte eine ganz besondere Tiefe: Die Teilnehmenden erlebten die Präsentation des Praxisbeispiels San Gottardo mit Blick auf die frisch verschneiten Berge des Urnerlandes. Und David Kramer vom SECO (Co-Leiter des Ressorts Regional- und Raumordnungspolitik) stand auch während der Pausen für spontane Gespräche zur Verfügung. Für Marcel Zumkemi hat sich die Anreise aus dem Oberwallis gelohnt: «Neben allen Inhalten und spannenden Links, die wir am Einstiegskurs erhalten haben, fand ich den Austausch mit Kolleginnen und Kollegen der Regionalentwicklung ausserordentlich wertvoll.»

Weitere Informationen zum Einstiegskurs

Die Einstiegskurse werden in der Agenda von regiosuisse ausgeschrieben.

Nächste Durchführungen: 

  • Donnerstag, 05.03.2026 in Willisau (DE), AUSGEBUCHT Ausschreibung
  • Donnerstag, 16.09.2026 in Diemtigen (Wiriehorn) (DE), Ausschreibung folgt
  • Donnerstag, 26.11.2026 in Lausanne (FR) Ausschreibung

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Nützliche Links aus dem Einstiegskurs

Wurste_regiosuisse-Konferenz 2025

Der Thurgau zeigt die Vielfalt der regionalen Wertschöpfung 

An der diesjährigen regiosuisse-Konferenz war der Gastgeberkanton Thurgau mit exzellenten Beispielen regionaler Wertschöpfung präsent. Lassen Sie sich inspirieren! 

Bereits mit der Ankunft in der Kartause Ittingen tauchten die Teilnehmenden ins Thema der diesjährigen regiosuisse Konferenz ein: «Das Potential regionaler Wertschöpfung nachhaltig gestalten». Die Kartause ist ein Baudenkmal von nationaler Bedeutung, liegt idyllisch über dem Thurtal und war als ehemaliges Kloster schon seit Jahrhunderten an der regionalen Wertschöpfung beteiligt. Es wurde dank des Weinbaus reich. Heute ist es für die Stiftung Kartause Ittingen deutlich anspruchsvoller, die notwendigen Mittel für die Betriebe und den Unterhalt der historischen Klosteranlage zu erwirtschaften. Die Kartause besteht nicht nur aus einem Seminarzentrum mit Restaurant, sondern auch aus einem Gutshof, zwei Museen, einer Institution für betreutes Wohnen und Arbeiten sowie einem Zentrum für Spiritualität. Die Stiftung setzt bewusst auf Selbstversorgung und lokale Nachhaltigkeit. So liegt der Selbstversorgungsgrad des Restaurants bei sage und schreibe 57 Prozent. 

Kartause Ittigen
Kartause Ittigen

Von der internen Wertschöpfung zur regionalen Wertschöpfungskette

Mark Ziegler, Procurator der Stiftung hielt in seiner Begrüssungsrede fest: «Nachhaltigkeit und Selbstversorgung sind nicht günstig. Deshalb setzen wir neu auf Zusammenarbeit in der ganzen Region, zum Beispiel beim Keltern oder bei der Schweinezucht. Zusammen mit regionalen Partnern können wir die Wertschöpfung steigern.» Das Credo der Kartause verändert sich gerade: Von der internen Wertschöpfung hin zur Stärkung von regionalen Wertschöpfungsketten. Dank Kooperationen mit den passenden regionalen Partnern können Kosten reduziert werden, ohne dass Kompromisse bei der Qualität oder der Nachhaltigkeit eingegangen werden müssen. 

Standortattraktivität und Tourismus in Frauenfeld

Die Hauptstadt des Thurgaus war mit zwei Beispielen an der regiosuisse-Konferenz vertreten, bei denen es um die Standortqualität ging: Einerseits wurde das Street-Art-Festival Frauenfeld als Motor regionaler Wertschöpfung vorgestellt. Anderseits rückte die Stadtkaserne Frauenfeld in den Fokus. Die ehemals vom Militär genutzten Gebäude öffnen sich für die Bevölkerung, auf dem Areal wird gemeinsam Neues geschaffen. Dafür wurde eine partizipative Entwicklung angestossen. Die Neue Regionalpolitik von Bund und Kanton unterstützte das Projekt mit einer Machbarkeitsstudie für einen künftigen «Markt Thurgau», der in der Stadtkaserne ein innovatives Schaufenster für Thurgauer Produkte, Dienstleistungen und Ideen werden soll. Mit der Umsetzung des Markt Thurgau soll die Stadtkaserne über den Kanton und die Stadt hinaus Publikum anziehen. Damit wird sie zu einem Treffpunkt mit überregionaler Ausstrahlung. 

Bei beiden Projekten zeigte sich: Innovative Projekte, die mit und für die Bevölkerung entwickelt werden, tragen zur Attraktivität eines Standorts und zur regionalen Wertschöpfung bei. 

Natürlich wirksam am Bodensee

An Konferenz wurde ein weiteres innovatives Projekt präsentiert: die Schaffung eines Schweizer Branchenclusters für Phytomedizin am Bodensee. Das «PhytoValley» bringt die wirtschaftliche Relevanz der hiesigen Naturmedizin-Branche zum Ausdruck. Beteiligt sind Firmen wie A. Vogel, Zeller, Rausch oder hepart. Der Cluster fördert die Zusammenarbeit und den Austausch zwischen den Unternehmen und Organisationen entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Phytomedizin sowie mit der Politik, der Verwaltung und der Bevölkerung.

Sein Fokus liegt primär auf zwei Bereichen: Erstens auf der Gewinnung und Ausbildung von Fachkräften und zweitens auf der Stärkung der Attraktivität der Region durch eine nachhaltige Entwicklung der Naturmittelproduktion mittels innovativer Technologien. 

Schonholzer
Walter Schönholzer, Regierungsrat des Kantons Thurgau

Für Walter Schönholzer, Regierungsrat des Kantons Thurgau, ist der Aufbau des «PhytoValley» ein ausgezeichnetes Beispiel für die positive Wirkung der Neuen Regionalpolitik (NRP). 

«Gerade wenn die Mittel von Kanton und Bund knapper werden, ist die Fokussierung auf gewisse Kernthemen in unserem eher strukturschwachen Kanton sehr wichtig. Dank der NRP-Gelder können wir zum Beispiel den Schweizer Branchencluster «PhytoValley» umsetzen und die unternehmensübergreifende Zusammenarbeit fördern.»  

Die regiosuisse-Konferenz ist nationaler Treffpunkt für alle, die in der Regionalentwicklung tätig sind. Die im Auftrag des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) organisierte Konferenz widmet sich jeweils einem aktuellen Thema der Regionalentwicklung. 2025 fand die Konferenz in der Kartause Ittingen statt, im Mittelpunkt stand das Potenzial regionaler Wertschöpfung. 

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Quelle Fotos: © Timo Kellenberger 

regiosuisse-Konferenz: Regionale Wirtschaft stärken, um globalen Unsicherheiten zu begegnen

Rund 130 Fachleute der Regionalentwicklung aus der ganzen Schweiz diskutierten in der Kartause Ittingen über das Potenzial von regionalen Wertschöpfungsketten. In Zeiten der unberechenbaren globalen Wirtschaft ist es zentral, die regionale Wirtschaft zu stärken. 

Die regiosuisse-Konferenz ist nationaler Treffpunkt für alle, die in der Regionalentwicklung tätig sind. Die im Auftrag des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) organisierte Konferenz widmet sich jeweils einem aktuellen Thema der Regionalentwicklung. 2025 stand das Potenzial regionaler Wertschöpfung im Mittelpunkt. 

Regionale Wertschöpfungsketten sind mehr als einzelne Unternehmen oder Projekte – sie sind Teil eines lebendigen Ökosystems, in dem verschiedene Akteure zusammenwirken. Die Teilnehmenden aus dem Regionalmanagement, aus kantonalen Fachstellen, der Wirtschaft und der Wissenschaft befassten sich unter anderem mit diesen Fragestellungen: Wie lässt sich das Potenzial regionaler Wertschöpfungsketten aktivieren? Welche Partnerschaften braucht es, damit daraus tragfähige Impulse für Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz entstehen?

Vernetzung der Akteure ist entscheidend

In 15 Breakout Sessions konnten die Teilnehmenden Praxisbeispiele und innovative Instrumente der Regionalentwicklung kennenlernen und diskutieren. Das vielfältige Angebot reichte von der Kreislaufwirtschaft als Treiber regionaler Wertschöpfung bis zum Fachkräftemangel im Tourismus, vom industriellen Wandel bis zu Innovationen in der Landwirtschaft. Der Gastgeberkanton Thurgau war mit mehreren Beispielen präsent:

  • Holzwirtschaft: Lignum Ost als Innovationszelle der regionalen Wald- und Holzwirtschaft
  • Innovationsmanagement: Bildung des Schweizer Branchen-Clusters der Naturmedizin (Phyto Valley Switzerland) am Bodensee
  • Partizipative Entwicklung: Die ehemals vom Militär genutzte Stadtkaserne Frauenfeld öffnet sich für die Bevölkerung, auf dem Areal wird gemeinsam Neues geschaffen.
  • Standortattraktivität und Tourismus: Das Street Art-Festival Frauenfeld als Motor regionaler Wertschöpfung

«Um regionale Wertschöpfungsketten zu stärken, ist die Vernetzung der verschiedenen Akteure entscheidend», so Marc Münster, Geschäftsführer regiosuisse. «Die regiosuisse-Konferenz in der Kartause Ittingen hat genau das geboten: Vernetzung, Inspiration und Austausch.» 

Sabine Kollbrunner, Co-Leiterin Ressort Regional- und Raumordnungspolitik im SECO zog das Fazit der zweitägigen Konferenz: «In Zeiten der unberechenbaren globalen Wirtschaft werden die regionalen Wertschöpfungsketten umso wichtiger. Die Neue Regionalpolitik erlaubt es Bund und Kantonen, die ländlichen Regionen, Berggebiete und Grenzregionen zu unterstützen, Impulse für Innovationen zu geben und die regionale Wirtschaft zu fördern.»

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Quelle Fotos: © Timo Kellenberger 

Martigny: Einzigartiger Themenpark Barryland eröffnet 

Am Donnerstag, 14. August 2025, wurde das neue Barryland in Martigny in Anwesenheit von Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter eingeweiht. Der Themenpark stellt die faszinierende Welt der Bernhardinerhunde in den Mittelpunkt und schafft damit auf 22’000m² eine sehenswerte touristische Innovation – gefördert von der Neuen Regionalpolitik.

An der Einweihung zeigte sich Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter mit ihrem Patenhund «Zeus» und erklärte: «Der Name Barry steht noch heute für Mut und heldenhafte Taten. Mit ihm würdigt Barryland eine ganze Schweizer Tradition.» Mut brauchte auch die Fondation Barry, um ihr altes Museum mit einem völlig neuen Themenpark zu ersetzen. Denn das Budget belief sich auf 24 Millionen Schweizer Franken. 

Die Finanzierung wurde durch das wirkungsvolle Engagement zahlreicher Unternehmen, Stiftungen, öffentlicher Institutionen sowie Eigenmittel sichergestellt. Hinzu kam eine gezielte Fundraising-Kampagne. Die Neue Regionalpolitik unterstützte bereits 2017 die Machbarkeitsstudie für den neuen Themenpark und trug später mit einem zinslosen Darlehen wesentlich zur Realisierung bei. Auch Innotour leistete einen Beitrag, mit dem Ziel, das Wallis als Tourismusregion noch stärker zu vermarkten und die Wertschöpfung entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu steigern. 

Bernhardinerhunde als Attraktion

Über 30 Bernhardinerhunde leben heute im Themenpark. Fünf symbolische Erlebniswelten präsentieren je einen typischen Wesenszug des Bernhardiners: der Retter, der Freund, der Star, der Geniesser und der Spieler. Herzstück der Anlage ist das Hauptgebäude in Form einer Hundepfote. Es wurde durch ein lokales Architekturbüro realisiert; beim Bau waren zu 70 Prozent Unternehmen aus der Region beteiligt. 

Touristische Innovation und neue Arbeitsplätze

Dem Barryland ist zu wünschen, dass sich das regionale Engagement und der Mut zur Innovation auszahlt. Bis jetzt zeigt sich Jean-Maurice Tornay, Präsident der Fondation Barry zufrieden: «Der Schlüssel war ein wettbewerbsfähiges touristisches Angebot mit einem einmaligen lebendigen Museum, 14 neu geschaffenen Arbeitsplätzen und einem vergrösserten Restaurant.» 

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