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Werkpark

Werkpark – der Macherort im Appenzellerland

Ein Ort zum Tüfteln, Ausprobieren und Lernen – das ist der Werkpark im Herzen des Appenzellerlands. Mit seinen thematischen Werkstätten ist das innovative Projekt einzigartig in der Schweiz. Das von der Neuen Regionalpolitik geförderte Projekt bietet für alle in der Region etwas: von KMU bis zu Privatpersonen, von Jung bis Alt, von Schülerinnen und Schülern bis zu Pensionären.

Im 1000m² grossen Werkpark wird in der Holzwerkstatt gesägt, geschliffen und gehobelt, in der Metallwerkstatt geschweisst, gebohrt und geschnitten. In der Goldschmiede werden Edelsteine, Glas und Kunststoff bearbeitet, und in der Textilwerkstatt wird designt und genäht – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Diese Atmosphäre inspiriert dazu, sich an die nächste freie Maschine zu setzen und ein eigenes Projekt zu starten. 

 «Wir teilen uns Maschinen und Wissen» 

Der Werkpark packt wirtschaftliche Herausforderungen der Region auf mehreren Ebenen an: Im Textil- und Werkunterricht der Oberstufe Gais, der jeweils donnerstags im Werkpark stattfindet, lernen Schülerinnen und Schüler wie Jonas und Florian, ein ferngesteuertes Sofa selbst zu bauen. An der Frühlingsmesse OFFA transportieren sie mit diesem Gefährt ihre VIP-Gäste. Dabei werden Interessen für technische und handwerkliche Themen geweckt. Gleichzeitig erwerben sie wichtige Kompetenzen für den Arbeitsmarkt, indem sie ihre Ideen selbstständig oder im Team umsetzen. So fördert der Werkpark gezielt die Ausbildung von Fachkräften und wirkt damit dem Fachkräftemangel in der Region entgegen. 

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Maschinen für einen fairen Preis

Für Kleinunternehmen in der Region stellt der Werkpark eine Vielfalt an Maschinen zur Nutzung bereit – von Lasern und 3D-Druckern über Fräsen und CNC-Maschinen bis hin zu Schleifmaschinen, Schweissgeräten und Metalltrennsägen. Unternehmen wie die Hugener Tools AG nutzen diese Maschinen nach Bedarf und zahlen nur für die effektive Nutzungsdauer. «Damit haben wir Zugang zu unterschiedlichen Maschinen zu einem fairen Preis, ohne jede einzelne dieser Maschine anschaffen zu müssen. So können wir neue Produktteile, Materialien und Produktionsmethoden testen und bleiben innovativ und wettbewerbsfähig», erklärt Michèle Hugener. Auch Weissküfer Reto Mösli ist regelmässig im Werkpark anzutreffen: Er lasert beispielsweise Schriftzüge in Springseilgriffe und andere Holzanfertigungen. 

Auch Privatpersonen können das Angebot nutzen: Pensionär Kurt brauchte einen Kleiderhaken. Dank eines Coachings lernte er, ein 3D-Modell zu erstellen, dieses in eine Druckdatei umzuwandeln und den 3D-Drucker für den Druck des Kleiderhakens zu bedienen. Coach Simon Heim gibt sein Wissen zu 3D-Druck und Lasertechnik weiter und betont die Vielfalt des Werkparks: «Der Werkpark ist nicht nur durch die Maschinentechniken vielfältig, sondern auch durch die Menschen, die hier zusammenkommen». 

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Sprungbrett für Start-ups

Der Werkpark ist eine Drehscheibe für Innovationen in bestehenden Unternehmen und ein Sprungbrett für Firmengründerinnen und -gründer. Die Zusammenarbeit und der Austausch mit Schulen, Weiterbildungsinstitutionen und Privaten fördert eine breite Vernetzung in der Region. Mit diesem Ziel vor Augen holte sich Mitinitiant Danilo Just Inspiration bei den Turnhallen: «Turnhallen sind leicht zugänglich, gut ausgestattet und von der Infrastruktur her flexibel». 

Innovation für das Appenzellerland dank der Neuen Regionalpolitik 

Die Anschubfinanzierung der Neuen Regionalpolitik (NRP) ermöglichte es, das Konzept für den Werkpark zu erarbeiten, das Gebäude zu mieten und vorzubereiten, um darin Maschinen bereitzustellen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Zudem konnten weitere Sponsoren und Gönner für den Werkpark gewonnen werden. 

Im Kanton Appenzell Ausserrhoden sind 97 Prozent* aller Unternehmen KMU. «Innovationen sind für KMU eine wirtschaftliche und finanzielle Herausforderung. Bis die Grundinfrastruktur steht und genutzt werden kann, braucht es Zeit und finanzielle Mittel. Wir bieten mit der Neuen Regionalpolitik die nötige Anlaufhilfe dafür», erklärt Tina Grosjean, NRP-Verantwortliche des Kantons Appenzell. 

Mitinitiant Danilo Just plant mit seinem Team bereits die Zukunft: «Unsere Vision ist es, den Werkpark als langfristige Infrastruktur für Innovation, Bildung und Unternehmertum im Appenzellerland zu etablieren.»

*Schweizer KMU, Eine Analyse der aktuellsten Zahlen Ausgabe 2024